Zwei deutsche Flüchtlingshelfer sind von der libyschen Küstenwache festgenommen worden. Ein Sprecher der Küstenwache sagte, sie seien mit ihrem Speedboot aus tunesischen Gewässern kommend ohne Erlaubnis in libysches Hoheitsgebiet eingedrungen. Das Boot gehöre der privaten Rettungsmission Sea-Eye.

Das Mutterschiff von Sea-Eye, ein unter niederländischer Flagge fahrender fast 60 Jahre alter Trawler, war nach Angaben der Zeitung Libya Herald am Samstag auf dem Weg von Malta Richtung libyscher Küste unterwegs. Die private deutsche Rettungsmission Sea Eye will bei Einsätzen fast 4.000 Migranten aus Seenot gerettet haben, schrieb die Zeitung.

Weiterhin versuchen viele Flüchtlinge über das Meer nach Europa zu kommen. Allein am Samstag sind laut der italienischen Küstenwache 2.400 Personen aus Seenot gerettet worden. Die Migranten, darunter mehrere sehr kleine Kinder, waren demnach in insgesamt 17 Schlauchbooten und einem Fischerboot unterwegs. An der Rettungsaktion beteiligten sich auch ein spanisches Schiff und ein Schiff der irischen Marine sowie mehrere Schiffe humanitärer Organisationen.

Ende August kamen besonders viele Flüchtlinge nach Italien. So wurden binnen fünf Tagen rund 14.000 Menschen aus Seenot gerettet. Zwischen dem 1. Januar und dem 1. September gelangten laut dem UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR 117.590 Flüchtlinge über das Mittelmeer an die Küsten Italiens.