Die USA haben Israel Militärhilfen in Rekordhöhe versprochen. Eine entsprechende Vereinbarung für den Zeitraum 2019 bis 2028 soll am Mittwoch unterzeichnet werden, teilte das US-Außenministerium mit. Genaue Zahlen über die Höhe der Hilfen nannte das Ministerium nicht. Aus amerikanischen und israelischen Delegationskreisen hieß es aber, die USA zahlten insgesamt 38 Milliarden Dollar an Israel.

Das US-Außenministerium nannte den Deal die "umfassendste Zusage für bilaterale Militärhilfe in der Geschichte der USA". Der aktuell geltende Zehnjahresvertrag läuft bis 2018, er sieht Zahlungen von drei Milliarden Dollar pro Jahr vor.

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte zuvor eine deutliche Erhöhung der Zahlungen gefordert. Dem kamen die USA nach, allerdings nur gegen Zugeständnisse Israels. Wie es aus US-Kreisen hieß, verpflichte das Abkommen Israel, die Zahlungen allmählich nicht mehr für die eigene Rüstungsindustrie zu verwenden, sondern nur noch US-Militärprodukte zu kaufen. Zudem dürfe Israel künftig keinen Teil des Gelds mehr für Treibstoff ausgeben und den amerikanischen Kongress nicht bitten, mehr Geld als in dem Abkommen vorgesehen zu billigen.

Win-win-Situation

US-Präsident Barack Obama will mit den Militärhilfen nicht nur die Sicherheit Israels, sondern auch die der USA stärken. Ziel sei unter anderem, die Terrormiliz "Islamischer Staat" und die vom Iran unterstützte schiitische Hisbollah-Miliz zu stoppen, hatte Obama im vergangenen Jahr bei einem Treffen mit Netanjahu gesagt.

Netanjahu hat die USA in der Vergangenheit immer wieder für den Atomdeal mit dem Iran kritisiert. Seiner Ansicht nach erhöht das Abkommen den iranischen Einfluss im Nahen Osten. Sollten die Sanktionen gegen den Iran aufgehoben werden, könne das Land die radikalislamische Palästinenserorganisation Hamas und die Hisbollah stärker unterstützen. Auch deswegen wollte Netanjahu höhere Militärhilfen von den USA.

Die USA kritisierten Israel hingegen wegen seiner Siedlungspolitik in den Palästinensergebieten. Obama warf Netanjahu vor, Friedensgespräche zu behindern. Trotz der angespannten Beziehungen bleibt Israel der wichtigste Verbündete der USA im Nahen Osten.