Nach dem Fund von sieben Gasflaschen in einem geparkten Auto nahe der weltberühmten Pariser Kathedrale Notre-Dame ermittelt die französische Polizei wegen Terrorverdachts. Das unbesetzte Auto war nach Polizeiangaben am Sonntagmorgen ohne Nummernschilder am Seine-Ufer entdeckt worden. Im Kofferraum wurden sechs volle Gasflaschen gefunden – sowie nach Reuters-Informationen auf dem Beifahrersitz eine leere Gasflasche zusammen mit Schriftstücken in arabischer Sprache.

Der Fahrzeughalter wurde laut Polizei vorübergehend in Gewahrsam genommen. Er stehe auf einer Beobachtungsliste des Geheimdienstes für religiös Radikalisierte, hieß es. Er wurde inzwischen wieder freigelassen. Zwei weitere Personen seien noch in Polizeigewahrsam, teilte die Polizei weiter mit. Sie seien am Dienstag auf einem Autobahnrastplatz in Südfrankreich festgenommen worden.

Da keine Zünder gefunden wurden und das Auto mit eingeschaltetem Warnblinklicht abgestellt war, geht die Polizei nicht von einem versuchten Anschlag aus. Es habe sich wohl eher um einen "Probelauf" gehandelt, heiße es in Polizeikreisen. Innenminister Bernard Cazeneuve sagte, er erwarte einen Bericht der Ermittler zu den möglichen Beweggründen, das Auto dort abzustellen.

In Frankreich herrscht seit einer Reihe von Anschlägen der Terrormiliz IS, unter anderem in Paris, der Ausnahmezustand. Die Behörden befürchten ständig weitere Angriffe. Im Mai warnte der Chef des französischen Inlandsgeheimdienstes, Patrick Calvar, bei einer parlamentarischen Anhörung vor Sprengsätzen, die an viel besuchten Orten versteckt werden könnten. Auch Kirchen gelten als mögliche Zielscheibe. Ende Juli ermordeten zwei Islamisten während eines Gottesdienstes in Nordfrankreich einen Priester.