Das Angebot ist nicht neu, die Bedingung schon: Die Türkei ist zur Beteiligung an einem US-geführten Angriff auf die syrische IS-Hochburg Rakka bereit, wenn kurdische Milizen von der Offensive ausgeschlossen werden. Darüber werde derzeit auf politischer und militärischer Ebene mit den Vereinigten Staaten diskutiert, sagte Präsident Recep Tayyip Erdoğan nach Gesprächen dort. "Wir haben ihnen unsere Bedingungen mitgeteilt."

Bereits Anfang September hatte Erdoğan signalisiert, dass er zur militärischen Hilfe bereit wäre. Ein gemeinsames Vorgehen sei wichtig für die Türkei. "Solange die USA nicht die PYD und YPG einbeziehen, können wir diese Schlacht an der Seite der Vereinigten Staaten schlagen", sagte er nun mit Verweis auf kurdische Gruppen in Syrien.

Rakka gilt als faktische Hauptstadt der Islamisten in Syrien. Die Türkei unterstützt in Syrien die Rebellen, die in dem seit mehr als fünf Jahren anhaltenden Bürgerkrieg gegen Präsident Baschar al-Assad kämpfen. Zudem geht sie wie die USA und die syrische Armee gegen den IS vor. Kritiker werfen der Türkei vor, früher den IS unterstützt zu haben, um die kurdische Bewegung zu schwächen.

Die Türkei ist auch deswegen gegen die mit den USA verbündeten kurdischen Rebellengruppen wie die YPG-Miliz, weil sie ein Erstarken der kurdischen Minderheit im eigenen Land befürchtet. Nach deutlichen Geländegewinnen der YPG war das türkische Militär zuletzt in Nordsyrien eingerückt, um eine Ausweitung der kurdischen Gebiete zu verhindern und eine "Sicherheitszone" einzurichten.

AFP/Getty
Wer kämpft in Syrien?

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