Hillary Clinton und Donald Trump haben Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) als herausragende Politikerin bezeichnet. In einem Fernsehinterview sagte Trump, Merkel sei eine großartige Politikerin, die er nachahmen wolle. "Ich war schon immer pro Merkel", sagte er. Wegen der "Geschichte mit der Einwanderung" sei er aber "sehr enttäuscht" von ihr gewesen, fügte Trump hinzu. Damit habe sie einen tragischen Fehler gemacht.

Trump hatte die Kanzlerin zuvor mehrmals öffentlich kritisiert. Bei Wahlkampfveranstaltungen hatte er ihr mit Blick auf die Flüchtlingspolitik vorgeworfen, Deutschland zu ruinieren. Clinton wolle "die Angela Merkel der USA" werden, hatte der Republikaner bei einer Wahlkampfveranstaltung in Ohio im August gesagt und meinte das sicher nicht als Lob. Die massive Einwanderung sei ein Desaster für Deutschland, sagte Trump. Die Kriminalität sei auf ein noch nie da gewesenes Niveau gestiegen. "Es ist eine Katastrophe."

Jedoch hatte er sich auch schon einmal positiv über Merkel geäußert. In einem Interview Anfang August 2015 hatte er sie als "fantastisch" bezeichnet, wie Time berichtete.

Auch die demokratische Kandidatin Clinton lobte Merkel. Sie war genauso wie Trump und der Präsidentschaftskandidat der Libertären Partei, Gary Johnson, gefragt worden, welche ausländischen Staatschefs sie bewundere. "Ich mag viele Staatschefs, eine meiner Favoritinnen ist Angela Merkel, weil sie in schwierigen Zeiten eine außergewöhnliche und starke Führungsperson war", sagte Clinton.

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Von Merkels Mut in der Flüchtlingskrise und Beständigkeit in der Eurokrise sei sie "beeindruckt" gewesen, fügte die Demokratin hinzu. Die Politikerinnen kennen sich demnach bereits seit den 1990er Jahren. "Ich hoffe, ich werde die Gelegenheit haben, in Zukunft mit ihr zusammenzuarbeiten", sagte Clinton. Dem Kandidaten der Libertären Partei, Gary Johnson, war auf die Frage nach seinem Lieblingspolitiker im Ausland nichts eingefallen.