Ein wichtiges Abkommen zur russisch-amerikanischen Abrüstung steht auf der Kippe. Wie die Wochenzeitung DIE ZEIT in ihrer aktuellen Ausgabe berichtet, ist der 1987 unterschriebene Vertrag zur Vernichtung atomarer Mittelstreckenraketen in Gefahr. Mit dem sogenannten INF-Vertrag (Intermediate Range Nuclear Forces) wurde eine ganze Kategorie von Atomraketen abgeschafft und der Konflikt in den achtziger Jahren über Nachrüstung sowie Nato-Doppelbeschluss beendet. 

Die USA werfen Russland nun vor, den Vertrag seit 2010 zu verletzen, indem sie verbotene landgestützte Marschflugkörper (Cruise Missiles) der Reichweite zwischen 500 und 5.500 Kilometern testen. Im Jahr 2014 haben die Amerikaner ihre Vorwürfe erstmals öffentlich gemacht. Damals wandte sich US-Präsident Barack Obama in einem Schreiben an den russischen Präsidenten Wladimir Putin. Jetzt fordern die USA von Russland die Einberufung der im INF-Vertrag vorgesehenen "Besonderen Verifizierungskommission". 

"Unsere Geduld ist nicht grenzenlos", sagte ein hoher Mitarbeiter der US-Regierung der ZEIT. Man wolle zwar alles tun, um den Vertrag zu retten und bisher seien die diplomatischen Möglichkeiten noch nicht ausgeschöpft. "Aber lassen Sie es mich so sagen: Wir nähern uns dem Ende unserer Optionen." 

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) sagte der ZEIT: "Wir müssen höllisch aufpassen, dass wir in dieser schwierigen, auch aufgeheizten Lage nicht all das kaputt machen, was wir am Ende des Kalten Krieges an Abrüstungsschritten für Europa vereinbart haben. Dazu gehört auch der INF-Vertrag."