Der republikanische US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump hat sich erstmals ausführlicher zu den Steuervorwürfen gegen ihn geäußert. Er habe die Steuergesetze "brillant" zu seinem Vorteil genutzt, sagte Trump mit Blick auf einen Bericht, wonach er seit 18 Jahren keine Steuern gezahlt haben soll. Dank seines "unternehmerischen Scharfsinns" habe er es geschafft, seine Steuerlast zu begrenzen und so die Immobilienkrise zu bewältigen.

Die New York Times hatte über Trumps Steuersparpraxis unter Berufung auf Auszüge aus seiner Einkommensteuererklärung aus dem Jahr 1995 berichtet. Demnach machte Trump damals einen Verlust von 916 Millionen Dollar geltend. Der Abschlag sei so groß gewesen, dass Trump möglicherweise bis 2013 keine Einkommensteuer auf Bundesebene mehr zahlen musste.

Der hohe Verlust ist laut der Zeitung auf Fehlschläge in seinem Kasinogeschäft und Probleme beim Kauf des Plaza Hotels in Manhattan zurückzuführen. Trumps Wahlkampfteam hatte der New York Times nach der Veröffentlichung vorgeworfen, unrechtmäßig an die Dokumente gekommen zu sein und als "verlängerter Arm" von Trumps demokratischer Konkurrentin Hillary Clinton zu arbeiten.

Wer führt in den Umfragen?

Im Wahlkampf hatte Trump mit der Tradition gebrochen, nach der Präsidentschaftskandidaten ihre Steuerunterlagen öffentlich machen. Seine Kontrahentin Hillary Clinton sagte in der TV-Debatte, Trumps Weigerung, seine Steuererklärung offenzulegen, zeige, dass er etwas zu verbergen habe. "Das macht mich klug", antwortete Trump darauf knapp.

Über die Höhe von Trumps Vermögen gibt es keine genauen Angaben. Das US-Magazin Forbes legte zuletzt eine neue Schätzung vor, nach der Trumps Reichtum im Vergleich zum Vorjahr um 800 Millionen auf 3,7 Milliarden Dollar schrumpfte. Damit rutschte er auf Platz 505 der weltweiten Milliardärsrangliste ab. Im März 2016 hatte der 70-Jährige, der sein Vermögen selbst als über zehn Milliarden Dollar angibt, noch Rang 324 belegt.