Die USA haben im Jemen von Huthi-Rebellen kontrollierte Gebiete beschossen. Das Pentagon teilte mit, bei dem Beschuss seien drei Radaranlagen zerstört worden. US-Präsident Barack Obama habe den Angriff mit Tomahawk-Marschflugkörpern angeordnet. Die Raketen seien vom US-Zerstörer USS Nitze aus abgeschossen worden, so das Verteidigungsministerium.

 

Die getroffenen Radaranlagen waren der Mitteilung zufolge bei einem Raketenangriff auf ein US-Kriegsschiff vor der Küste Jemens eingesetzt worden. Am Mittwoch wurde zum zweiten Mal binnen weniger Tage ein Schiff der US-Marine mit einer Rakete beschossen. Sie verfehlte allerdings ihr Ziel. Bereits am Sonntag zuvor waren zwei Raketen von Gebieten unter Kontrolle der schiitischen Huthi-Rebellen auf zwei US-Kriegsschiffe im Roten Meer abgefeuert worden.

 

Die USA unterstützen die von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition im Kampf gegen die Huthis und ihre Verbündeten in der Armee. Nach einem Luftangriff auf eine Trauerfeier in der Hauptstadt Sanaa, bei dem am Samstag mehr als 140 Menschen getötet worden waren, kündigte die US-Regierung an, die Unterstützung der Koalition zu überprüfen, die im März 2015 im Jemen zugunsten von Präsident Abd Rabbo Mansur Hadi in den Konflikt eingegriffen hatte. Die Organisation Human Rights Watch (HRW) wirft Saudi-Arabien vor, durch das Bombardement der Trauerfeier ein Kriegsverbrechen begangen zu haben. Eine unverhältnismäßig hohe Zahl der Opfer seien Zivilisten gewesen, teilte HRW mit. Die Nahostdirektorin der Menschenrechtsorganisation, Sarah Leah Whitson, forderte eine internationale Untersuchung der Luftangriffe, die sie als "Gräueltat" bezeichnete. Diese reihe sich ein in eine lange Liste von Verstößen, die die Koalition begangen hätte.

Huthi-Rebellen machen die Koalition um Saudi-Arabien für den Angriff verantwortlich. Die Koalition fliegt als einziger Kriegsteilnehmer Luftangriffe über dem Bürgerkriegsland. Immer wieder kommt es dabei zu Angriffen auf zivile Gebäude.

Seit September 2014 kämpfen im Jemen Truppen des sunnitischen Präsidenten Abed Rabbo Mansur Hadi gegen vom Iran unterstützte schiitische Huthi-Rebellen und andere Gruppen, die dem ehemaligen Präsidenten Ali Abdullah Salih die Treue halten. Die Huthis hatten Anfang 2015 die Hauptstadt Sanaa und andere Städte erobert. Seit März 2015 fliegt ein von Saudi-Arabien angeführtes Militärbündnis Luftangriffe auf die Rebellen.