Trotz der Waffenruhe hat es im Jemen in der Nacht zum Samstag schwere Gefechte geben. Die Gewalt ging sowohl von Huthi-Rebellen als auch regierungstreuen Kämpfen aus, hieß es aus Militärkreisen. Zehn Aufständische und vier Soldaten seien bei den Kämpfen an der Grenze zu Saudi-Arabien getötet worden.

Kampfjets der von Saudi-Arabien angeführten Militärallianz griffen am Freitagabend außerdem mutmaßliche Stellungen der Huthi-Rebellen östlich der Hauptstadt Sanaa an.

Das Militärbündnis fliegt seit März 2015 Luftangriffe auf Stellungen der schiitischen Huthi-Rebellen. Die Regierung in Riad und ihre Verbündeten unterstützen den sunnitischen Staatschef Abed Rabbo Mansur Hadi. Die Rebellen halten zu dem ehemaligen Präsidenten Ali Abdallah Saleh.

Die unter UN-Beteiligung vereinbarte dreitägige Kampfpause, die um kurz vor Mitternacht (22.59 Uhr MESZ) endet, soll den Weg zu Verhandlungen über einen dauerhaften Frieden ebnen. Doch kam es während der Feuerpause mehrmals zu Gefechten. Die Konfliktparteien werfen sich gegenseitig Verstöße gegen die Waffenruhe vor.

Es handelt sich um den sechsten Anlauf für eine Waffenruhe. Bei dem Konflikt starben mehr als 6.900 Menschen, drei Millionen sind auf der Flucht. Noch mehr Menschen benötigen im ärmsten Land der arabischen Halbinsel dringend Nahrungsmittelhilfen.