Die nigerianische Islamistengruppe Boko Haram hat im Zuge eines Gefangenenaustausches 21 der mehr als 270 Mädchen freigelassen, die sie vor zweieinhalb Jahren verschleppt hatte. Das bestätigte ein Sprecher des nigerianischen Präsidenten Muhammadu Buhari am Donnerstag.

Die Mädchen seien in Banki im Nordosten Nigerias gegen vier Boko-Haram-Häftlinge ausgetauscht worden. Die freigelassenen Mädchen befinden sich nun in der Obhut der nigerianischen Behörden, wie Präsidentensprecher Mallam Garba Shehu bekanntgab. Bei den Verhandlungen mit den Extremisten hätten die Regierung der Schweiz sowie das Internationale Rote Kreuz vermittelt. Weitere Gespräche sollen folgen.

Boko-Haram-Kämpfer hatten am 14. April 2014 insgesamt 276 Mädchen aus einer staatlichen Schule in Chibok im Nordosten Nigerias verschleppt. 57 Mädchen gelang wenige Stunden später die Flucht. Mehr als 200 galten weiterhin als vermisst. Im Mai kamen die ersten beiden von ihnen frei: Die Erste, eine 19-Jährige, wurde im Sambisa-Wald im Bundesstaat Borno von einem Suchtrupp gefunden, die Zweite wurde zwei Tage später entdeckt und in Sicherheit gebracht.

Für die Freiheit der entführten Mädchen war die weltweite Kampagne Bring Back Our Girls (Bringt unsere Mädchen zurück) gestartet worden. Aisha Yesufu von der Kampagne sagte am Donnerstag, sie könne die Freilassung noch nicht bestätigen.

Boko Haram kämpft seit Jahren für die Errichtung eines islamischen Gottesstaats im mehrheitlich muslimischen Nordosten Nigerias. Mindestens 20.000 Menschen wurden in dem Konflikt bisher getötet, 2,6 Millionen Menschen wurden durch die Gewalt in die Flucht getrieben.