Die Folgekosten der Atomkatastrophe von Fukushima werden sich in den nächsten Jahren einer Regierungsprognose zufolge vervielfachen. Während derzeit rund 700 Millionen Euro pro Jahr dafür aufgewendet werden, würden die Kosten künftig auf mehrere Milliarden Euro pro Jahr steigen, sagte Industrieminister Hiroshige Seko. Der Betreiber Tepco geht davon aus, dass Abriss und Entsorgung noch Jahrzehnte dauern werden.

Die Zahlen hatte Seko für eine Kommission aufbereitet, die einen Finanzplan für den Fukushima-Betreiber Tepco aufstellen soll, der nach der Katastrophe im Jahr 2011 unter staatliche Kontrolle gestellt wurde. Nicht eingerechnet sind demnach Kosten, die für die Bergung der geschmolzenen Brennstäbe anfallen werden. Damit soll 2018 oder 2019 begonnen werden.

In der Regierung wird nun darüber nachgedacht, wie die Kosten zu stemmen sind. Erwogen werden sowohl eine Zerschlagung von Tepco und ein Verkauf von Teilen des Konzerns als auch ein Zusammenschluss mit anderen der insgesamt zehn AKW-Betreiber in Japan. Diese wehren sich allerdings gegen die Pläne.

Durch ein Erdbeben und einen Tsunami im März 2011 waren drei der sechs Reaktoren im Atomkraftwerk Fukushima zerstört worden. Es kam zu Kernschmelzen. Seither gab es immer wieder Lecks an der Anlage, bei denen hoch radioaktives Wasser austrat.

Japan hatte nach dem Tsunami alle Atomreaktoren im Land abgeschaltet und plante, künftig ganz auf Atomenergie zu verzichten. Dieser Plan wurde später aufgegeben. Derzeit sind zwei der 42 Reaktoren im Land wieder in Betrieb.