In der Türkei hat die Regierung weitere Medien schließen lassen und Staatsbedienstete dem Dienst enthoben. Zehn Tage nach der Verlängerung des Ausnahmezustands ordnete die Regierung die Schließung von 15 vor allem prokurdischen Medien an. Außerdem seien mit zwei neuen Notstandsdekreten mehr als 10.000 weitere Staatsangestellte entlassen worden, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu.

Demnach wurden unter anderem die kurdische Nachrichtenagentur Diha sowie mehrere Regionalzeitungen in der Südosttürkei geschlossen. Ihnen werde Propaganda für die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK vorgeworfen. Unter den entlassenen Staatsbediensteten seien über 100 Angehörige der Streitkräfte, mehr als 2.500 Mitarbeiter der Justiz- und mehr als 2.000 Mitarbeiter der Bildungsverwaltung, meldete die Agentur Anadolu.

Per Notstandsdekret waren schon zuvor zahlreiche Medien geschlossen worden. Die erste Welle richtete sich vor allem gegen Sender und Zeitungen, die dem in den USA lebenden Prediger Fethullah Gülen nahestehen. Die Türkei macht Gülen für den Putschversuch vom 15. Juli verantwortlich. Später dann gingen die Behörden auch gegen prokurdische Medien vor.

Auch auf kurdische Politiker hat die türkische Regierung den Druck erhöht. Das türkische Parlament hatte auf Wunsch der Regierung die Immunität von vielen Oppositionsabgeordneten, darunter Politiker der prokurdischen Demokratischen Partei der Völker (HDP), aufgehoben. Der Co-Vorsitzenden der prokurdischen Partei HDP, Figen Yüksekdağ, war die Ausreise untersagt worden. Außerdem wurden die beiden Bürgermeister von Diyarbakır wegen angeblicher Verbindungen zur PKK festgenommen.