TV-Duell: Herr Trump, verstehen Sie das?

Der republikanische Kandidat muss sich für seine sexistischen Äußerungen rechtfertigen. Und droht Clinton mit einer Klage. Das TV-Duell zum Nachlesen im Liveblog
Hillary Clinton und ihr republikanischer Rivale Donald Trump während der zweiten Fernsehdebatte in St. Louis, Missouri © Rick Wilking/​Pool/​Getty Images
  • Donald Trump musste in der zweiten TV-Debatte erklären, warum er sich mit sexuellen Übergriffen brüstet. Doch der republikanische Präsidentschaftskandidat schaffte es, das Thema schnell hinter sich zu lassen. Stattdessen versuchte er, den Kampf gegen die Terroristen des "Islamischen Staates" zu einem Schwerpunkt der Debatte zu machen.
  • Das Townhall-Format mit vielen einzelnen Fragen aus dem Publikum passte zu Trumps einfachen Slogans. Die demokratische Präsidentschaftsbewerberin Hillary Clinton hatte oft Probleme, ihre Gedanken vollständig auszuführen. Sie wurde häufig von den Moderatoren unterbrochen.
  • Nach wie vor dominiert Trumps Skandalvideo die politische Debatte in den USA. Der Milliardär versucht seinerseits, Gerüchte über Affären von Ex-Präsident Bill Clinton anzufachen.
  • Vor dem Duell lag Trump in den Umfragen deutlich zurück. Sein solides Auftreten im Duell dürfte den Schaden, den das Video angerichtet hat, kaum wieder gut machen können.
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  • 05:03 Uhr
    Paul Middelhoff

    Für Donald Trump war das zweite TV-Duell kein Desaster. Allein das ist schon eine bemerkenswerte Leistung. Zwar war er seiner Rivalin in den ersten zwanzig Minuten klar unterlegen – besonders seine Ankündigung, Hillary Clinton strafrechtlich verfolgen zu lassen, dürfte noch ein Nachspiel haben. Doch im Laufe der Debatte konnte er die Diskussion um das Skandalvideo abschütteln. Stattdessen attackierte er Clinton für ihre bezahlten Reden vor Großbanken und ihre in seinen Augen viel zu lasche Einwanderungspolitik.

    Clinton hingegen präsentierte sich deutlich weniger angriffslustig als beim letzten Mal. Ihre ausführlichen Antworten zeugten erneut von beeindruckendem Fachwissen, waren für das Townhall-Format jedoch nicht wirklich geeignet: Immer wieder schnitten ihr die Moderatoren das Wort ab und übergaben an Trump, der mit schlichten, aber knackigen Statements punkten konnte. Ihr stärkster Moment: Als Trump auf die chinesischen Billig-Stahl-Importe schimpft, wirft sie ihm seine eigenen Geschäftspraktiken vor. "China wirft Tonnen an Stahl zu Dumpingpreisen auf den Weltmarkt. Und Donald setzt diesen Stahl in seinen Hochhäusern ein. Damit macht er Amerikaner arbeitslos."

    Donald Trump wird die Diskussion um seine frauenfeindlichen Kommentare mit seinem Auftritt am Sonntagabend nicht stoppen können. Zu groß ist die Aufregung, als dass ihn seine solide Leistung im zweiten Duell mit Clinton in den Augen der Öffentlichkeit vollständig rehabilitieren könnte. Doch ist es ihm gelungen, die Diskussion um seine Patzer der vergangenen zwei Wochen so kurz wie möglich zu halten. Allein das ist schon ein kleiner Sieg.

    Sein Problem ist jedoch das gleiche wie schon nach der ersten Debatte: Seine weiße, ungebildete Kernwählerschaft bedient er mit seinen radikalen Parolen zielsicher. Doch Frauen und Minderheiten, die einen so großen Teil der Wählerschaft ausmachen, dürften sich noch immer nicht von ihm angesprochen fühlen.

    Bis zur Wahl sind es noch vier Wochen.

  • 04:42 Uhr
    Paul Middelhoff

    Die Debatte ist vorbei. Clinton und Trump treffen sich in der Mitte der Bühne zum obligatorischen Handshake.

  • 04:38 Uhr
    Paul Middelhoff

    Die Frage des Abends: Ein Zuschauer will wissen, ob die Kandidaten auch etwas Positives übereinander zu sagen haben. Clinton lobt Trumps Kinder, sie habe Respekt für die Arbeit seiner Söhne und Töchter. Trump bedankt sich für das Kompliment. "Ich sage eines über Hillary: Sie gibt nie auf. Das ist eine wirklich gute Eigenschaft."

  • 04:28 Uhr
    Paul Middelhoff

    Im ersten TV-Duell holte Clinton zu diesem Zeitpunkt zu ihrem vernichtenden letzten Angriff aus und warf Trump minutenlang seine frauenfeindlichen Kommentare vor. Hat sie dieses Mal ein ähnliches Schlussplädoyer vorbereitet?

  • 04:26 Uhr
    Paul Middelhoff

    Trumps kurze Statements funktionieren gut: seine Positionen sind streitbar, aber er kommt auf den Punkt und sagt, was er sagen will. Clinton hingegen wird in ihren ausführlichen Antworten immer wieder von den Moderatoren unterbrochen.

  • 04:22 Uhr
    Paul Middelhoff

    Endspurt. Clinton muss sich jetzt dafür rechtfertigen, dass sie Trumps Anhänger kürzlich einen "Korb der Kläglichen" nannte. Die ehemalige First Lady legt die Frage aus Trumps aggressiven Wahlkampfstil um: Er hetze gegen Schwarze, Hispanics und Minderheiten. Damit könne sie sich eben nicht abfinden. Außerdem habe sie sich schon für ihren Kommentar entschuldigt.

  • 04:15 Uhr
    Paul Middelhoff

    In Sachen Außenpolitik ist Trump seiner Rivalin nach wie vor nicht gewachsen. Er weicht der Frage nach dem Syrien-Krieg aus und attackiert Clinton für ihre Rolle bei den Verhandlungen über das Atomabkommen mit dem Iran. Moderatorin Martha Raddatz konfrontiert ihn mit den Äußerungen seines Vizes Mike Pence, der vergangene Woche gefordert hatte, Amerika müsse Russland in Syrien im Notfall auch mit militärischen Mitteln zurückdrängen. Trump: "Ich habe mit ihm darüber nicht gesprochen." Pences Positionen teile er nicht. Ein Präsidentschaftskandidat, der seinem Stellvertreter in Sachen Außenpolitik auf offener Bühne widerspricht?

  • 04:13 Uhr
    Christoph Herwartz

    Die Themen wechseln sehr schnell, die Factchecker verschiedener Medien kommentieren live. Eine dieser Seiten ist die der New York Times. Clinton hat dort bisher fast eine Weiße Weste, bis auf diese Aussage über ihren E-Mail-Skandal. Trump sagt vieles, was die Times als Not true bewertet.

  • 04:08 Uhr
    Paul Middelhoff

    Nach ihren Plänen zur Lösung der Syrien-Krise gefragt kann Clinton glänzen. Mit großem Detailwissen spricht sie über die Rolle Russlands bei der Bombardierung der syrischen Stadt Aleppo. Die ehemalige Außenministerin fordert Ermittlungen auf der Grundlage von Kriegsverbrechen und spricht sich gegen den Einsatz amerikanischer Bodentruppen in Syrien aus.

  • 04:05 Uhr
    Paul Middelhoff

    Trump gibt sich trotzig: "Ich bezahle Steuern, auch Bundessteuern." Natürlich habe er riesige Abschreibungen, doch alles gehe mit rechten Dingen zu, er sei eben ein geschickter Geschäftsmann. Seine aggressive Art setzt Clinton zu – ihr gelingt es kaum, Trump seine miese Steuermoral vorzuhalten.

  • 04:01 Uhr
    Daniel.-C. Schmidt

    "She should never be President of the United States." Trumps Satz bekommt richtig viel Applaus im Trump-Hotel. Das Publikum, übrigens ein bunter Mix aus Jung, Alt, allen Hauptfarben, Englisch, Spanisch, vereinzelt hört man Französisch, trinkt Budweiser für 7 Dollar, Wein, Schaumwein, knabbert Nüsse an der Bar, ein paar bestellen Burger mit Pommes, die so dünn sind wie Trumps Entschuldigungen.

  • 03:59 Uhr
    Paul Middelhoff

    Das Townhall-Format verleiht der Debatte Tempo. Alle paar Minuten kommt ein neues Thema auf den Tisch. In der Diskussion um die Steuerpläne der Kandidaten geht Trump in die Offensive: "Sie und Ihre Freunde nutzen die gleichen Schlupflöcher wie ich", wirft er Clinton vor und zuckt mit den Schultern. Ein dreistes Statement – hat die New York Times doch erst am vergangenen Wochenende Dokumente veröffentlicht, die nahelegen, dass er über 20 Jahre überhaupt keine Einkommensteuer bezahlt haben könnte.

  • 03:54 Uhr
    Paul Middelhoff

    Moderatorin Martha Raddatz fragt Clinton nach dem jüngsten E-Mail-Leak, bei dem 50.000 Mails ihres Topberaters John Podesta veröffentlicht wurden. Clinton nutzt die Vorlage: Russische Hacker hätten sich Zugang zu den Servern ihres Teams verschafft – im Auftrag von Präsident Putin, den Trump seit Wochen immer wieder als starken Anführer preist. Sie sieht darin einen Angriff auf die amerikanische Souveränität.

  • 03:49 Uhr
    Paul Middelhoff

    Halbzeit. Trump steht nach 45 Minuten besser da als erwartet. Die Diskussion um das Video aus dem Jahr 2005 hat er schnell abgebogen Jetzt reden die beiden über Terrorismus, ein Thema, bei dem Donald Trump in der Vergangenheit für seine Abschottungspläne große Zustimmung erhalten hat. Clinton bekommt ihn nicht richtig zu fassen, bei der Diskussion über Obamacare ist sie zu detailversessen, Trumps wütende Anschuldigungen kontert sie nicht annähernd so gut wie beim letzten Duell.

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