E-Mails eines Putin-Vertrauten zeigen enge Verbindungen der russischen Regierung zu den prorussischen Aufständischen im Osten der Ukraine, die dort seit 2014 gegen die ukrainische Armee kämpfen. Darüber berichtet die New York Times. Die E-Mails hat eine ukrainische Hackergruppe veröffentlicht, sie stammen von Wladislaw Surkow, einem der wichtigsten Männer im Kreml. Surkow ist der persönliche Berater Putins und begleitete diesen zum Beispiel vergangene Woche zu diplomatischen Gesprächen in Berlin.

Die E-Mails zeigen, wie eng das Büro Surkows in den Aufstand eingebunden war. So findet sich in der Korrespondenz ein Finanzierungsplan für eine Zeitung in Donezk. Eine andere E-Mail informierte Surkow im Juni 2014 über gefallene Kämpfer, darunter ein Paramilitär aus Nordrussland. Russland hatte zu dieser Zeit abgestritten, dass russische Soldaten in dem Gebiet kämpfen würden. Surkow wurde auch darüber informiert, welche Kandidaten sich für Ämter in der Separatistenregierung bewerben – bevor diese Bewerbungen öffentlich gemacht wurden.

Die Veröffentlichung beinhaltet Tausende E-Mails an und von Surkows dienstlichem Account prm_surkova@gov.ru.

Die russische Regierung beteuert regelmäßig, sie habe nur einen indirekten Einfluss auf die Rebellen, die im Osten der Ukraine eigene Staaten errichten wollen. Die Ukraine und westliche Staaten werfen dagegen dem Kreml vor, die Aufstände initiiert zu haben.

Ein Kreml-Sprecher dementierte, dass die E-Mails echt sind. Jemand habe sicher "viel schwitzen müssen", um so viele Mails zu fälschen, sagte er. Surkow nutze gar keine E-Mails.

In der Tat ist der Verfasser der Mails unklar, es muss nicht Surkow persönlich gewesen sein. Die Echtheit der Mails wird aber zumindest von einigen der Absender bestätigt. "Ja, das ist mein Orignialtext", sagte Jewgeni Tschwarkin, ein russischer Unternehmer, der New York Times. Der Thinktank Atlantic Council analysierte die Übertragungsinformationen der E-Mails und stufte sie daraufhin als echt ein.