Russland ist überraschend nicht mehr Mitglied des Menschenrechtsrats der Vereinten Nationen. Das Land scheiterte bei der Abstimmung in der UN-Vollversammlung mit nur 112 Stimmen. 14 von 47 Sitzen wurden für das kommende Jahr neu bestimmt. In der Osteuropa-Gruppe standen zwei Sitze zur Abstimmung, die nun an Ungarn (144 Stimmen) und Kroatien (114 Stimmen) gehen.

Der UN-Menschenrechtsrat wurde 2006 gegründet und hat insbesondere mit seinem Untersuchungsbericht zur Menschenrechtssituation in Nordkorea für Aufsehen gesorgt. Am vergangenen Freitag hatte sich das Gremium auch mit der Situation in der umkämpften syrischen Metropole Aleppo befasst und eine gesonderte Untersuchung zu den Menschenrechtsverletzungen in der belagerten Stadt gefordert.

Vor der Wahl hatten mehr als 80 Menschenrechts- und Hilfsorganisationen gegen die Wiederwahl Russlands protestiert. Human Rights Watch, Care International, Refugees International und viele andere Unterzeichner hatten am Montag die UN-Mitglieder dazu aufgefordert, sich zu fragen, ob Russlands Rolle im Syrien-Krieg mit einem Sitz im Gremium zur Wahrung der Menschenrechte vereinbar sei. Die Unterzeichner warfen dem Kreml routinemäßige Angriffe auf Zivilisten vor.