US-Behörden haben den Tod von Michail Lessin, Ex-Minister unter Russlands Präsident Wladimir Putin, als Unfall eingestuft. Lessin war vor knapp einem Jahr in einem Hotelzimmer in Washington leblos aufgefunden worden. Der ehemalige enge Berater von Putin sei nach tagelangem "exzessiven Alkoholkonsum" an zahlreichen Verletzungen gestorben, teilte das Büro des Bundesstaatsanwalts in Washington mit. Die Ermittlungen seien damit abgeschlossen.
Behördenvertreter sagten, im Zuge der einjährigen Ermittlungen seien Zeugen befragt, Videoaufnahmen analysiert und andere Beweise gesichtet worden. Demnach sei der am 5. November 2015 gestorbene Lessin gestürzt, als er alleine auf seinem Zimmer gewesen war. Zudem habe er eine Alkoholvergiftung gehabt. In den Tagen zuvor habe sich der 57-Jährige häufig betrunken.
Die Umstände über Lessins Tod waren lange Zeit unklar. Zunächst hatten russische Medien nach seinem Tod berichtet, Lessin habe einen Herzinfarkt erlitten. Im März dieses Jahres erschien allerdings ein Gutachten der Washingtoner Gerichtsmedizin, demnach Lessin durch stumpfe Gewalt gegen seinen an Kopf gestorben sei.
Warum war Lessin überhaupt in Washington?
International spekulierten Medien danach über die wahren Hintergründe vom mysteriösen Todesfall. Unklar ist zum Beispiel – auch immer noch –, warum Lessin überhaupt in Washington war. Auch das US-Außenministerium sagte damals, es habe darüber keine Informationen.
Das Gutachten bewirkte zudem, dass sich die diplomatischen Beziehungen zwischen den USA und Russland verschlechterten. Russland forderte beispielsweise detaillierte Informationen von den USA. Eine Sprecherin der Washingtoner Gerichtsmedizin sagte nun, dass die Gesetze im Hauptstadtbezirk die Freigabe des Autopsieberichts oder andere Informationen verhinderten.
Es bleibt abzuwarten, ob die von den Behörden veröffentlichten Ermittlungsergebnisse die Spekulationen tatsächlich beenden. Die New York Times zitiert beispielsweise David J. Kramer vom Washingtoner McCain Institute for International Leadership: "Angesichts der Anzahl der Morde von Putin-Kritikern und anderen wie Lessin, die über die inneren Zirkel des Kreml Bescheid wissen, ist es schwer, Fremdeinwirkungen auszuschließen." Auch Paul Royel von National Strategies, einem Thinktank aus Washington, sagte, der Verdacht auf eine russische Verwicklung in den Tod Lessins sei nicht ganz ungerechtfertigt. Er wisse nicht, ob es ein Unfall war oder nicht. "Aber das Ganze ist sicherlich merkwürdig."
Anfang der 1990er Jahre hatte Lessin in der TV-Werbebranche Karriere gemacht. Im Jahr 1999 wurde er russischer Informationsminister und war maßgeblich an dem Wahlsieg Putins im Jahr darauf beteiligt. Unter anderem steuerte er die Bemühungen des Kreml, Kontrolle über den wichtigsten russischen Privatsender NTV zu erlangen. Im Jahr 2004 wurde Lessin Medienberater Putins und war an der Gründung des englischsprachigen Nachrichtendienstes Russia Today beteiligt.
US-Behörden haben den Tod von Michail Lessin, Ex-Minister unter Russlands Präsident Wladimir Putin, als Unfall eingestuft. Lessin war vor knapp einem Jahr in einem Hotelzimmer in Washington leblos aufgefunden worden. Der ehemalige enge Berater von Putin sei nach tagelangem "exzessiven Alkoholkonsum" an zahlreichen Verletzungen gestorben, teilte das Büro des Bundesstaatsanwalts in Washington mit. Die Ermittlungen seien damit abgeschlossen.
Behördenvertreter sagten, im Zuge der einjährigen Ermittlungen seien Zeugen befragt, Videoaufnahmen analysiert und andere Beweise gesichtet worden. Demnach sei der am 5. November 2015 gestorbene Lessin gestürzt, als er alleine auf seinem Zimmer gewesen war. Zudem habe er eine Alkoholvergiftung gehabt. In den Tagen zuvor habe sich der 57-Jährige häufig betrunken.