Türkei - Deutscher Fußballer muss nicht in Haft Der ehemalige U21-Nationalspieler Deniz Naki ist von einem Gericht der türkischen Stadt Diyarbakır freigesprochen worden. Ihm wurde vorgeworfen, Terrorpropaganda der kurdischen Partei PKK verbreitet und die türkische Regierung kritisiert zu haben. © Foto: picture alliance/ dpa

Das Verfahren gegen den Fußballprofi Deniz Naki wegen Terrorpropaganda in der türkischen Stadt Diyarbakır ist kurz nach Prozessbeginn überraschend eingestellt worden. Der Staatsanwalt habe unter Verweis auf die Meinungsfreiheit selbst um eine Einstellung gebeten, sagte Prozessbeobachter und Linken-Abgeordneter Jan van Aken am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur am Telefon. Das Gericht habe dem stattgegeben.

Zuvor hatte die Staatsanwaltschaft dem früheren Spieler des FC St. Pauli und des SC Paderborn Propaganda für die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK vorgeworfen und fünf Jahre Haft gefordert. Hintergrund waren Nachrichten, die Naki über Twitter und Facebook verbreitet hatte. Aktuell spielt Naki für den Verein Amed SK aus Diyarbakır.

Aken wertete die Einstellung des Verfahrens als Zeichen dafür, dass "der internationale Druck mal funktioniert hat". "Deswegen wünsche ich mir, dass die Bundesregierung Taten folgen lässt, damit sich was ändert in der Türkei." Am Prozess nahm auch ein Beobachter der deutschen Botschaft in Ankara teil.