Mit einer Autobombe hat ein Attentäter in der Kurdenmetropole Diyarbakır laut Regierungsangaben mindestens acht Menschen getötet. Mutmaßlich handele es sich um einen Selbstmordanschlag. Unter den Toten sei ein "Terrorist" der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK, sagte Ministerpräsident Binali Yıldırım.

Mehr als 100 Menschen seien verletzt worden, sieben von ihnen würden noch behandelt, hieß es weiter. Die Bombe war am Freitag in der Nähe des Polizei-Hauptquartiers der Provinz detoniert.

Wenige Stunden vor der Explosion waren zahlreiche Abgeordnete der prokurdischen Partei HDP festgenommen worden, darunter auch die Parteichefs Selahattin Demirtaş und Figen Yüksekdağ.

Die Türkei ist in den vergangenen 18 Monaten von einer Serie von Anschlägen erschüttert worden. Einige wurden von Rebellen mit Verbindungen zur PKK verübt, andere von Extremisten der Terrormiliz "Islamischer Staat". Der Friedensprozess zwischen der Regierung und der PKK war im Sommer 2015 abgebrochen worden. Seitdem wurden bei Anschlägen und Kämpfen mehr als 700 türkische Sicherheitskräfte und Tausende kurdische Kämpfer getötet, wie die Staatsagentur Anadolu berichtet.