Nicht einmal zwei Stunden hielt die von der arabischen Militärkoalition angekündigte Waffenruhe im Jemen. Ab 12:00 Uhr Ortszeit (10:00 Uhr deutscher Zeit) sollten die Gefechte für 48 Stunden eingestellt werden. Aktivisten berichteten jedoch, in der Stadt Tais seien weiter Schüsse zu hören. Dort hatten Truppen der international anerkannten Regierung in den vergangenen Tagen Erfolge erzielt.

Tais wird seit einem Jahr von den Huthi-Rebellen belagert. In dem Konflikt zwischen der international anerkannten Regierung des Landes und den schiitischen Huthi-Rebellen sind seit dem Frühjahr 2015 mehrere Feuerpausen gescheitert.

Noch am Freitag hatte die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen von heftigen Kämpfen in der südjemenitischen Stadt Tais berichtet. Nach Angaben der Vereinten Nationen wurden seit Beginn der saudischen Luftangriffe auf die Huthis bis Juni 2016 rund 6.500 Menschen getötet. Viele Millionen Menschen leiden unter Nahrungsmittel- und Wasserknappheit. In der Hauptstadt Sanaa wurde der Ausbruch von Cholera bestätigt. US-Außenminister John Kerry sprach in dieser Woche von einer humanitären Katastrophe.  

Im Jemen kämpfen seit September 2014 Truppen des sunnitischen Präsidenten Abed Rabbo Mansur Hadi gegen die vom Iran unterstützten schiitischen Huthi-Rebellen und andere Milizen, die dem ehemaligen Staatschef Ali Abdullah Salih die Treue halten. Seit März 2015 fliegt ein von Saudi-Arabien angeführtes Militärbündnis Luftangriffe auf die Rebellen.