In Kolumbien wird es kein neues Referendum über ein Friedensabkommen mit den Farc-Rebellen geben. Das teilte der Präsident des Landes Juan Manuel Santos mit. Ein neues Abkommen werde ausschließlich dem Kongress vorgelegt.

Schon bei dem letzten verhandelten Abkommen zwischen der Regierung und der Farc hätte rechtlich gesehen eine Zustimmung des Kongresses gereicht. Santos wollte das Abkommen aber auf eine größere Basis stellen und ließ ein Referendum dazu abhalten. Zuvor hatten Regierung und Rebellen das Abkommen bereits unterzeichnet, das den Bürgerkrieg nach 52 Jahren beenden soll.

Das Abkommen wurde allerdings mit knapper Mehrheit abgelehnt. Das lag auch an der geringen Wahlbeteiligung, die bei nur 37 Prozent lag. Den Unterstützern des Nein-Lagers gehen unter anderem die Strafen für die Farc-Kämpfer nicht weit genug. Santos will mit der Farc und den Gegnern des Abkommens um Ex-Präsident Álvaro Uribe eine Einigung finden.

Sollten die Friedensverhandlungen scheitern, droht eine Fortsetzung des bewaffneten Kampfes. Der historische Vertrag war zuvor vier Jahre lang zwischen Regierung und Guerilla in Kubas Hauptstadt Havanna ausgehandelt worden. Die Farc haben viele ihrer etwa 5.500 Kämpfer bereits in die Stellungen zurückgeschickt.

Mit der kleineren ELN-Guerilla scheiterte der geplante Beginn von Friedensverhandlungen an einer noch nicht freigelassenen Geisel. Zudem sorgt sich das Militär um die hohe Zahl an anderen kriminellen Banden, die zum Beispiel im Drogenhandel aktiv sind. Über 30.000 Leute sollen bereits in solchen Banden aktiv sein.