Donald Trump möchte künftig eng mit Israel zusammen arbeiten und sieht die israelische Siedlungspolitik nicht als Hindernis für eine Lösung im Nahost-Friedensprozess. Das sagte der Israel-Berater des designierten US-Präsidenten, Jason Greenblatt, im israelischen Armeeradio. Man solle die Wohnhaussiedlungen nicht verurteilen. Greenblatt ist der stellvertretende, geschäftsführende Präsident der Trump Organisation und wurde von Trump zu dessen Israel-Berater ernannt.

Israel und die USA sind enge Verbündete. Unter Präsident Barack Obama kam es jedoch immer wieder zu Spannungen, da er nicht mit der Palästinenserpolitik von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu einverstanden war. Die Vereinigten Staaten haben lange Zeit die Ansicht vertreten, dass die Siedlungspolitik ein Friedensabkommen mit den Palästinensern erschwere. Unter Trump wird erwartet, dass sich die Beziehungen wieder bessern.

Neben Obama haben sich in der Vergangenheit mehrere westliche Regierungschefs, darunter auch Bundeskanzlerin Angela Merkel, für eine Zwei-Staaten-Lösung ausgesprochen und kritisieren den Siedlungsbau Israels. Palästinenserpräsident Mahmud Abbas sagte, er sei bereit, mit Trump "auf Grundlage der Zwei-Staaten-Lösung" zu sprechen.

Der israelische Bildungsminister Naftali Bennett, Vorsitzender der nationalreligiösen Partei Jüdisches Heim, erklärte hingegen, die Idee eines Palästinenserstaats sei nach Trumps Wahlsieg gestorben.

Trump hat den israelischen Ministerpräsidenten Netanjahu nach seinem Wahlsieg in die USA eingeladen. Netanjahus Büro teilte mit, bei nächster Gelegenheit wollten sich die Staatsoberhaupte treffen. Die beiden hätten miteinander telefoniert und ein "herzliches Gespräch" geführt. Die enge Verbindung Israels zu den USA basiere auf gemeinsamen Werten, Interessen und einem gemeinsamen Schicksal. Netanjahu nannte Trump einen "wahren Freund des Staates Israel". Zusammen könnten sie "Sicherheit, Stabilität und Frieden in unserer Region" vorantreiben.

Trumps Wahlsieg wird nach Einschätzung des amtierenden Vizepräsidenten Joe Biden kaum Auswirkungen auf die US-Beziehungen zu Israel haben. Er habe aber "überhaupt keinen Zweifel", dass auch eine von Trump geführte Regierung fest an der Seite Israels stehen werde, sagte Biden bei einer Gala des Jüdischen Weltkongresses, bei der er einen Preis bekam. Selbst wenn die neue Regierung unter Trump dazu neigen sollte, ihre Unterstützung herunterfahren, würde dies "der Kongress niemals zulassen, das amerikanische Volk wird das niemals zulassen".

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