Bei den US-Wahlen werden dieses Mal wohl mehr Wähler mit lateinamerikanischen Wurzeln abstimmen. Rund die Hälfte der Staaten mit Frühwahlsystemen hat eine hohe Beteiligung gemeldet, darunter Nevada und der Schlüsselstaat Florida. Bis zuletzt haben Clinton-Anhänger in den beiden Bundesstaaten versucht, Mitglieder der größten Minderheitengruppe in den USA zu mobilisieren – offenbar mit Erfolg: Allein in Florida nutzten nach Schätzung des Clinton-Stabs mehr als doppelt so viele Hispanics wie bei der Wahl vor vier Jahren die Möglichkeit, bereits vor dem eigentlichen Wahltermin ihre Stimme abzugeben.

Bei den US-Amerikanern mit lateinamerikanischer Herkunft hat Hillary Clinton deutlich bessere Umfragewerte als ihr Konkurrent Donald Trump. Allein in Florida liegt die Zahl schon abgegebener Stimmen der hispanischen Bevölkerung mit mehr als 453.000 fast doppelt so hoch wie 2012. Laut der New York Times sind in Florida unter den Wählern, die bereits abgestimmt haben, 15 Prozent, die angaben, Hispanic zu sein. Im Jahr 2012 hatten bei der Wahl insgesamt nur 12 Prozent der Hispanics abgestimmt.

Donald Trumps Vizewahlkampfchef David Bossie spielte den Einfluss einer höheren Beteiligung von Hispanics herunter. "Wir denken, dass wir einen guten Anteil dieser Stimmen bekommen werden", sagte er. Nach Auffassung von Experten muss Trump unter anderem in Florida zwingend besser abschneiden als Clinton, um überhaupt eine Chance auf den Sieg bei der Präsidentenwahl zu haben.

6,4 Millionen Menschen haben in Florida bereits abgestimmt. Laut New York Times waren das drei Viertel der Wähler, die insgesamt im Jahr 2012 wählen gegangen sind. Von den Wählern mit lateinamerikanischen Wurzeln haben, wie die Zeitung berichtet, bereits jetzt mehr abgestimmt als im Jahr 2012 insgesamt.


In den USA müssen Bürger angeben, welcher sogenannten Ethnie sie angehören. Menschen mit lateinamerikanischen Wurzeln werden dort Hispanics genannt. Bisher haben Hispanics seltener als andere Bevölkerungsgruppen vorher oder per Briefwahl abgestimmt. In den USA kann vor dem Wahltag bereits in einem Wahllokal abgestimmt werden, wenn in dem Staat das frühzeitige Abstimmen möglich ist.

Für das gesamte Land ist diese Tendenz jedoch nicht anzuwenden, weil die meisten Staaten auf den Formularen zur Registrierung zur Wahl nicht nach der sogenannten Ethnie fragen.