Wenige Tage vor der US-Präsidentenwahl gewinnt der Republikaner Donald Trump nicht nur in Umfragen hinzu, auch bei den Wettanbietern holt er auf: Seit der Bekanntgabe neuer FBI-Ermittlungen zur E-Mail-Affäre seiner Rivalin Hillary Clinton werde fünf Mal häufiger auf Trump als auf Clinton gesetzt, teilte der Onlinewettanbieter Bovada mit.

"Trump hat eindeutig Rückenwind und er macht fast täglich Boden gut", sagte auch Graham Sharpe, Sprecher des britischen Wettbüros William Hill. Die Quote auf einen Sieg des Republikaners sei innerhalb von zwei Wochen acht Mal angepasst worden und liege nun bei zwei zu eins.

Geld auf den Ausgang einer Wahl zu setzen ist in den USA verboten. Doch bei Onlinebuchmachern wie Bovada, Betfair oder Betonline, die als Offshore-Gesellschaften außerhalb der USA aktiv sind, können US-Bürger ihr Glück versuchen. Spieler aus anderen Ländern können bei Anbietern wie William Hill ihr Geld auf einen Sieg Trumps oder Clintons bei der Wahl am 8. November setzen.

Wer auf Trump wettet, setzt auf Brexit-Effekt

Das Duell Clinton gegen Trump sorgt für Rekordeinsätze bei den Anbietern. Bovada verzeichnet eine fast doppelt so hohe Summe wie bei der US-Präsidentschaftswahl 2012. Viele Spieler dürften auf eine ähnliche Entwicklung wie beim Brexit setzen: Bei dem britischen Referendum im Juni hatten die Wähler entgegen den Umfragen für den EU-Austritt gestimmt. Wer auf einen Gewinn des Brexit-Lagers gesetzt hatte, konnte viel Geld verdienen.

Clinton führt in fast allen Umfragen weiter vor Trump, doch der zum Teil deutliche Vorsprung der Demokratin ist seit den jüngsten Vorwürfen in der E-Mail-Affäre dahin.

Wer führt in den Umfragen?