Es sind Resultate, mit denen die wenigsten politischen Beobachter gerechnet hatten: Der republikanische Präsidentschaftskandidat Donald Trump hat die Wahl in vielen amerikanischen Staaten gewonnen, die eigentlich der demokratischen Kandidatin Hillary Clinton zugerechnet worden waren. Schlüsselfaktoren für Trumps Erfolg lassen sich bereits erkennen. Ein erster Überblick in Grafiken:

Donald Trump verdankt seine überraschend hohen Stimmanteile zu einem erheblichen Teil dem Wahlverhalten der älteren Bevölkerung: 53 Prozent der Wähler über 45 Jahren haben für den Republikaner gestimmt. Clinton hat in dieser Altersgruppe nur knapp 45 Prozent der Stimmen geholt. Das ergaben die Nachwahlbefragungen des Fernsehsenders CNN. Clinton lag zwar bei den jüngeren Bevölkerungsschichten vorne, deren Stimmen fielen aber weniger ins Gewicht: Die jüngere Altersgruppe stellt einen geringeren Anteil der Wahlberechtigten als die ältere.

Während Clinton unter den Frauen mit zwölf Prozentpunkten vorne liegt, hat Trump genau diesen Vorsprung bei den Männern.

Trump hat in den vergangenen Monaten im Wahlkampf immer wieder mit frauenfeindlichen Äußerungen für Aufsehen gesorgt. Trotzdem haben ihn offenbar 53 Prozent der weißen Frauen gewählt. Bei den weißen Männern holte Trump sogar 63 Prozent der Stimmen.

Die demokratische Kandidatin hat zwar erwartungsgemäß fast alle Stimmen aus der schwarzen Wählerschaft für sich gewonnen, doch unter den Hispanics fiel Clintons Anteil deutlich schwächer aus – obwohl Trump im Wahlkampf gegen mexikanische Einwanderer gehetzt hatte. "Sie bringen Drogen, sie bringen Kriminalität, sie sind Vergewaltiger, und einige, nehme ich an, sind auch nette Leute." Solche Äußerungen von Donald Trump hätten die hispanische Wählerschaft komplett verschrecken können. Doch nur 65 Prozent der Hispanics stimmten tatsächlich für Clinton. Zum Vergleich: Der scheidende Präsident Barack Obama hatte 2012 in diesem Lager 71 Prozent der Stimmen gewonnen.

Erwartungsgemäß konnte Trump vor allem bei Wählern mit geringem Bildungsgrad punkten: 72 Prozent der weißen Männer ohne Hochschulabschluss stimmten für den Republikaner. Erstaunlicher ist, dass Trump auch die Mehrheit der Stimmen unter den weißen Männern mit Hochschulabschluss holte.

Noch ein Blick auf die Religionszugehörigkeit: Mehr als die Hälfte aller Wahlberechtigten in den USA sind Protestanten. Trump hat in dieser Wählergruppe abgeräumt.

Trumps Erfolg wurde übrigens in erster Linie außerhalb der Städte errungen. Der Republikaner punktete besonders in Kleinstädten und ländlichen Gebieten.

Interessant auch: Die meisten Wähler hatten laut der Wahlanalyse des Fernsehsenders ABC schon früh ihre Entscheidung gefällt. Ein knappes Viertel der Wähler gab an, sich in den letzten vier Wochen vor der Wahl entschieden zu haben. Wie stark die jüngsten Wendungen in der medialen Wahlkampfschlammschlacht zwischen Trump und Clinton noch ins Gewicht fielen, lässt sich kaum seriös sagen.