Nur eine Woche vor der Wahl hat die Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton zum Teil deutlich in der Wählergunst verloren. In einer Umfrage des Senders ABC und der Washington Post liegt ihr Konkurrent Donald Trump sogar erstmals seit Mai vor der Demokratin. Der Republikaner kommt nach den am Dienstag veröffentlichten Zahlen mit 46 Prozent auf einen Punkt mehr als Clinton.

Wer führt in den Umfragen?

In den meisten anderen Umfragen liegt Clinton zwar noch vor Trump, doch ihr Vorsprung ist in den vergangenen Tagen geschrumpft. Seitdem am vergangenen Freitag bekannt geworden ist, dass das FBI erneut Clintons Umgang mit ihren Dienst-E-Mails während ihrer Zeit als Außenministerin untersucht, steht die Demokratin wenige Tage vor der Wahl unter starkem politischen Druck.

Die Umfrage von ABC und Washington Post zeigt zudem, dass auch der Enthusiasmus ihrer eigenen Anhänger in den vergangenen Tagen deutlich gesunken ist: Während 53 Prozent der Unterstützer Trumps "sehr begeistert" von ihrem Kandidaten sind, ist der Wert bei Clinton auf 43 Prozent gesunken. Also hat die Beliebtheit der Demokratin auch im eigenen politischen Lager abgenommen.

ABC wies allerdings darauf hin, dass die Wählerpräferenzen eine Woche vor der Wahl nicht notwendigerweise Rückschlüsse auf das Abstimmungsverhalten selbst zuließen. Auch Mitt Romney habe bei der Wahl 2012 um diese Zeit einen Punkt vor Barack Obama gelegen, ebenso wie John Kerry 2004 vor George Bush. Romney und Kerry verloren ihre Wahlen.

Entscheidend ist weiterhin die Zahl der Wahlmänner, die die Kandidaten in allen Bundesstaaten auf sich vereinigen können. Hier liegt Clinton in den Umfragen weiter deutlich vor Trump. Die Umfragen deuten jedoch auf einen Stimmungswandel hin, der am Freitag durch die neuesten FBI-Veröffentlichung zu E-Mails aus Clintons Umfeld in Gang gesetzt wurde und den sicher geglaubten Sieg Clintons noch einmal gefährden könnte.