Die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) hat sich zu dem Selbstmordanschlag auf eine koptische Kirche in Kairo bekannt. Die ägyptische Regierung hatte zuvor die Muslimbruderschaft beschuldigt, den Anschlag zu verantworten. 

Bei dem Selbstmordanschlag auf die Kirche der christlichen Kopten im Zentrum der ägyptischen Hauptstadt wurden am Sonntag 25 Menschen getötet. Der IS teilte über die ihm nahestehende Nachrichtenagentur Amak mit, einer ihrer Kämpfer habe in der Kirche einen Sprengstoffgürtel gezündet. Jeder Ungläubige solle wissen, dass der Krieg fortgesetzt werde, hieß es weiter.

Die meisten der Opfer des Anschlags auf die Markuskathedrale am Sonntag waren Frauen, unter den Toten sollen laut Sicherheitskreisen auch mindestens sechs Kinder sein. Ein etwa zwölf Kilogramm schwerer Sprengsatz sei in einem Seitentrakt explodiert, der Frauen vorbehalten sei. Verletzt wurden 49 Menschen. Orthodoxe Kopten sind die größte christliche Religionsgemeinschaft im Nahen Osten. Sie stellen etwa zehn Prozent der rund 90 Millionen Einwohner Ägyptens.

Präsident Abdel Fattah al-Sissi gab bereits einen Tag nach dem Anschlag die Festnahme von insgesamt vier Verdächtigen bekannt, die der Muslimbruderschaft zuzuordnen seien. Gleichzeitig teilte er mit, dass der Anschlag von einem 22-Jährigen verübt worden sei. Die Muslimbruderschafft bestritt die Beteiligung an dem Anschlag. Die Behörden veröffentlichten weitere Angaben zu dem Selbstmordattentäter und seinen mutmaßlichen Hintermännern.

Das Innenministerium wies zudem auf die Erklärung einer Gruppe namens "Ägyptischer Revolutionärer Rat" vom 5. Dezember hin, in dem diese Anschläge auf die "Führer der orthodoxen Kirche wegen ihrer Unterstützung des Staats" angekündigt habe. Bei der Gruppe handelt es sich demnach um einen Ableger der Muslimbruderschaft. Dschihadistengruppen werfen den ägyptischen Kopten vor, den Sturz des islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi Mitte 2013 unterstützt zu haben.