Im Februar hatten die Bolivianer in einem Referendum eine von ihrem Präsidenten Evo Morales vorgeschlagene Verfassungsreform abgelehnt, die ihm den Weg für eine vierte Amtszeit in Folge hatte ebnen sollen. Damals hatte der 57-jährige frühere Kokabauer das Ergebnis noch akzeptiert. Doch nun will er sich offenbar darüber hinwegsetzen.

Der Parteitag seiner Partei Bewegung zum Sozialismus (MAS) bestätigte die Aufstellung von Morales zum Spitzenkandidaten für die Wahl 2019 einstimmig. "Wenn das Volk es so entscheidet, dann gibt es kein Problem", kommentierte Morales das Ergebnis.

Auf dem Parteitag wurden verschiedene Möglichkeiten diskutiert, Morales doch noch die legale Wiederwahl zu ermöglichen. Einem Bericht der Zeitung El Deber zufolge sieht eine Option vor, dass er ein halbes Jahr vor der Wahl zurücktritt. Damit könnte er wieder zur Kandidatur berechtigt sein. Auch eine erneute Verfassungsänderung ist im Gespräch.

Morales ließ bereits einmal die Verfassung ändern, um länger im Amt bleiben zu können. 2014 wurde er mit 61 Prozent für eine dritte Amtszeit wiedergewählt.