Die Nato und Russland wollen nach mehrmonatiger Funkstille Anfang kommender Woche wieder direkte Gespräche aufnehmen. Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg kündigte beim EU-Gipfel in Brüssel an, dass der Nato-Russland-Rat am Montag auf Botschafterebene im Hauptquartier des Bündnisses zusammenkommen werde. Dabei sollen Themen der europäischen Sicherheit und insbesondere die Ukraine-Frage diskutiert werden.

Das letzte Treffen hatte am 13. Juli stattgefunden – direkt nach den Beschlüssen des Nato-Gipfels in Warschau zu einer deutlichen Ausweitung der militärischen Präsenz in Osteuropa. Die Nato reagierte damit auf die Befürchtungen ihrer osteuropäischen Mitglieder, die seit der Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim durch Russland 2014 ihre eigene Sicherheit bedroht sehen.

Das Treffen am Montag ist das dritte in diesem Jahr. Wegen der Ukraine-Krise waren die Gespräche im Nato-Russland-Rat zwischenzeitlich fast zwei Jahre ausgesetzt und erst im April wieder aufgenommen worden. Der Westen wirft Russland vor, die Krim völkerrechtswidrig annektiert zu haben.

Der Nato-Russland-Rat wurde 2002, ein gutes Jahrzehnt nach dem Ende des Kalten Krieges, ins Leben gerufen. Ziel war die Abstimmung gemeinsamer Vorhaben und die gegenseitige Information, um das Risiko militärischer Zwischenfälle zu verringern.