Das kolumbianische Parlament hat ein Amnestiegesetz für die Farc-Rebellen verabschiedet. Präsident und Friedensnobelpreisträger Juan Manuel Santos nannte das Votum auf Twitter "historisch" und einen "ersten Schritt für die Konsolidierung des Friedens".

Das Gesetz wurde im 102 Sitze zählenden Senat mit 69 Ja-Stimmen angenommen. Zuvor war es im 166 Mandate zählenden Abgeordnetenhaus mit 121 Ja-Stimmen angenommen worden. Gegenstimmen gab es nicht, aber mehrere Enthaltungen.

Der Gesetzestext sieht eine Begnadigung der Guerillakämpfer der Farc vor. Ausgenommen sind Kämpfer, denen Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Massaker oder Vergewaltigungen vorgeworfen werden, diese müssen sich dem Friedensvertrag zufolge vor Sondergerichten verantworten. Die Amnestie ist Teil des im November vereinbarten Friedensabkommens zwischen den Rebellen und der Regierung.

Nun sei es an der Zeit, dass rund "5.700 Guerillakämpfer damit beginnen, die Berge zu verlassen und ihre Waffen abzulegen", erklärte Senatspräsident Mauricio Lizcano. Mit dem Friedensabkommen soll der seit Jahrzehnten andauernde Konflikt zwischen der Armee und der Farc, anderen linken Guerillagruppen und rechten Paramilitärs beigelegt werden. Dabei waren mehr als 260.000 Menschen getötet worden. Santos war für seine Bemühungen um die Beendigung des Konflikts kürzlich der Friedensnobelpreis verliehen worden.