Die Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS) verfügt nach Informationen der ZEIT über moderneres militärisches Know-how als bisher bekannt. So setzt die Terrormiliz in der umkämpften irakischen Stadt Mossul unter anderem Roboter zur Irreführung feindlicher Kampfflugzeuge ein. Die ZEIT beruft sich auf ein internes IS-Memo aus einem Waffenlabor der Miliz in der Nähe der syrischen Stadt Aleppo. Es wurde in der nordsyrischen Stadt Manbidsch gefunden, aus der der IS im August nach fast zwei Jahren vertrieben werden konnte.

Mossul

Wie aus dem siebenseitigen Dokument ebenfalls hervorgeht, arbeitete der IS bereits im Jahr 2015 an der Entwicklung von Drohnen. Mittlerweile sind tatsächlich mehrere Fälle bekannt, in denen der IS mit Sprengstoff beladene Drohnen an der Front bei Mossul eingesetzt hat. Die französische Regierung warnte Ende November erstmals davor, dass die Terrorgruppe auch bei Anschlägen in Europa Drohnen einsetzen könnte.

Dem IS-Dokument zufolge haben die Dschihadisten zudem die ferngesteuerte "Kontrolle und kameragestützte Überwachung eines kompletten Minenfeldes" gemeistert, "inklusive der Möglichkeit, jeden einzelnen Sprengsatz aus der Entfernung zu zünden". Vertreter syrischer Rebellengruppen bestätigten der ZEIT, dass der IS dazu in der Lage sei.

Die Roboter, die der IS einsetzt, um feindliche Kampfjets irrezuleiten, simulieren durch Propangas-Ausstöße das Mündungsfeuer schwerer Waffen. Auf die Frage, ob die in dem Memo beschriebenen Ablenkungswaffen bekannt seien, bestätigte ein Sprecher der internationalen Anti-IS-Operation Inherent Resolve auf Anfrage: "Ja. Der IS versucht kontinuierlich, seine Bewegungen mithilfe neuer Methoden zu verschleiern."

Experten eines westlichen Nachrichtendiensten erklärten: "Der IS professionalisiert sich waffentechnisch. Das hat nichts mehr mit einer Partisanen- oder Rebellengruppe mit Kalaschnikows und Sprengstoffwesten zu tun. Da hat eine neue Zeitrechnung begonnen."