In Österreich hat am Sonntag die Stichwahl um das Präsidentenamt begonnen. Der Grünen-Kandidat Alexander Van der Bellen und der Rechtspopulist Norbert Hofer bewerben sich um das Amt.

Die Mehrheit der Wahllokale öffnete um 7.00 Uhr morgens, die letzten sollen um 17.00 Uhr schließen. Dann wird auch mit ersten Trends zum Wahlausgang gerechnet. Zur Wahl aufgerufen sind 6,4 Millionen Österreicher.

Die Abstimmung wurde von beiden Seiten als Lagerwahlkampf gesehen und zeigte eine starke politische Polarisierung des Landes. Der Wahlausgang gilt als Stimmungstest dafür, wie weit es Populisten bei anstehenden Wahlen in anderen Ländern der EU schaffen könnten.

Rechtsschwenk

Sollte der FPÖ-Politiker Hofer triumphieren, dürften das viele als Rechtsschwenk des ganzen Landes werten. Populistische EU-Kritiker in ganz Europa sähen sich im Aufwind. Gewänne dagegen Van der Bellen, könnten sich die Pro-Europäer bestätigt fühlen. Diese sorgen sich vor den Wahlen in Frankreich und den Niederlanden vor einem Aufstieg rechter Parteien.

Van der Bellen forderte seine Anhänger vor dem Hintergrund des Erstarkens rechtspopulistischer Bewegungen auf: "Lassen wir nicht zu, dass dieses Land in eine andere Richtung geht!"

Hofer sagte, die EU-Außengrenzen sollten geschützt werden, und nach Österreich solle nur einwandern, wer dort tatsächlich gebraucht werde. "Wir dürfen uns nicht schämen zu sagen: Wir sind stolz, Österreicher zu sein", sagte er. Der Islam ist für Hofer "kein Teil von Österreich".

Briefwahlstimmen könnten entscheiden

Im ersten Wahlgang im April war Hofer auf Platz eins gelandet, bei der Stichwahl im Mai lag Van der Bellen dann knapp vorn. Wegen Unregelmäßigkeiten wurde diese Stichwahl jedoch annulliert.

Sollte es ein knappes Rennen zwischen den beiden Bewerbern geben, wird der Sieger erst nach Auszählung der Briefwahlstimmen feststehen. Die erfolgt am Montag.