Vor 75 Jahren griffen japanische Truppen den Hafen Pearl Harbor und die dort vor Anker liegende US-Pazifikflotte an. 2.300 Soldaten starben, die USA traten in den Zweiten Weltkrieg ein. Seitdem hat noch nie ein japanischer Ministerpräsident den Ort des Angriffes besucht. Shinzo Abe wird der erste sein, wenn er Ende Dezember nach Hawaii reist und sich mit US-Präsident Barack Obama trifft. Entschuldigen will sich der Premierminister aber nicht.

Bei seinem Besuch werde Abe lediglich der Toten gedenken, sagte ein Regierungssprecher. Das Treffen mit Obama solle ein Zeichen der Versöhnung sein und künftigen Generationen zeigen, dass der Schrecken und das Leid des Krieges nicht wiederholt werden dürften.

Als die Nationalsozialisten am 8. Mai 1945 kapitulierten, dauerte der Krieg im Pazifikraum noch an. Anfang August 1945 warfen die USA zwei Atombomben auf die japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki ab. Wenige Tage später kündigte der japanische Kaiser Hirohito die Kapitulation an.

Obama hatte im Mai als erster amtierender US-Präsident Hiroshima besucht. Auch von ihm gab es keine Entschuldigung. Bis heute leiden Tausende Menschen unter den Spätfolgen der nuklearen Verseuchung.