Der künftige US-Präsident Donald Trump hat offiziell seinen früheren Rivalen Rick Perry als Energieminister nominiert. Trumps Übergangsteam für die Präsidentschaft gab die Personalie am Mittwoch bekannt. 

Perry war lange Jahre Gouverneur von Texas und bewarb sich zwei Mal erfolglos als republikanischer Präsidentschaftskandidat. Trump nannte er während der letzten Vorwahlen ein "Krebsgeschwür für den Konservatismus", sprach ihm aber später seine Unterstützung aus.

Bekannt wurde Perry vor allem durch einen Aussetzer in einer Debatte während seiner ersten Bewerbung als republikanischer Präsidentschaftskandidat. Dabei konnte er sich nicht an die dritte von drei Bundesministerien erinnern, die er im Fall eines Wahlsiegs abschaffen wollte. Die Behörde, die er vergessen hatte, war ausgerechnet das Energieministerium.

Beobachter gehen davon aus, dass der 66-jährige Perry die USA weg von erneuerbaren Energien und wieder zurück zu Öl und anderen fossilen Brennstoffen lenken wird. Er hatte während seiner 14-jährigen Regierungszeit als Gouverneur von Texas immer wieder Zweifel am Klimawandel geäußert und sich als Unterstützer der Ölindustrie einen Namen gemacht.

Energieministerium widersetzt sich Trumps Übergangsteam

Perry sitzt unter anderem im Verwaltungsrat der Dakota Access LLC, jenes texanischen Unternehmens, das den Bau der umstrittenen Dakota Access Pipeline vorantreibt. Proteste gegen einen Teil der Leitung, die unter der Wasserquelle eines Indianerreservats verläuft, hatten international für Schlagzeilen gesorgt. Nachdem jüngst beschlossen wurde, eine neue Routenführung auszuloten, befürchten Demonstranten nun, dass Trump die Entscheidung zurücknehmen könnte.

Das Energieministerium legt sich bereits mit Donald Trump an. Es will Trumps Übergangsteam nicht die Namen von Mitarbeitern nennen, die in der Vergangenheit mit Klimathemen befasst waren. Das Team hatte eine Liste der Personen angefordert, die in den letzten fünf Jahren an internationalen Treffen zum Klimawandel teilgenommen haben. Ein Sprecher des Ministeriums sagte, es würden zwar alle öffentlich zugänglichen Informationen, nicht jedoch die Namen einzelner Personen weitergegeben. Das Übergangsteam hatte dem Ministerium vergangene Woche 74 Fragen eingereicht. Einige davon hätten Mitarbeiter verunsichert.