Der designierte US-Präsident Donald Trump trifft an diesem Mittwoch mit hochkarätigen Vertretern aus dem Silicon Valley zusammen. Auf Initiative des Investors Peter Thiel, dem prominentesten Unterstützer des Republikaners in der Techbranche, sollen beide Seiten eine erste Gelegenheit zum direkten Gespräch bekommen. Das Verhältnis zwischen mehreren IT-Chefs und Trump galt während des Wahlkampfs als schwierig.

Nach Informationen des Finanzdienstes Bloomberg soll im Trump Tower in Manhattan aber vor allem über die Schaffung neuer Arbeitsplätze in den USA gesprochen werden. Medienberichten zufolge hatte Trump die Techkonzerne – allen voran Apple – aufgefordert, ihre Produktion in die Heimat zu verlagern. Sie argumentierten schon früher, dass die Elektronikgeräte nicht nur wegen der niedrigeren Lohnkosten in China gebaut werden, sondern auch wegen der Nähe zu Zuliefererketten und des großen Angebots an motivierten jungen Arbeitskräften.

Wer tatsächlich nach New York reisen wird, ist bislang noch unklar. Medienberichten zufolge sollen Apple-Chef Tim Cook, Microsoft-Boss Satya Nadella und der Chef des Google-Dachkonzerns Alphabet, Larry Page, am  Gespräch teilnehmen. Facebook-Gründer Mark Zuckerberg dagegen schickt demnach seine Geschäftsführerin Sheryl Sandberg. Nach Informationen der New York Times haben auch Amazon-Chef Jeff Bezos, dem die Trump-kritische Washington Post gehört, Intel-Chef Brian Krzanich und die Co-Chefin des SAP-Konkurrenten Oracle, Safra Catz, sowie Elon Musk vom Elektroautohersteller Tesla zugesagt. Twitter-Chef Jack Dorsey sei hingegen gar nicht erst eingeladen worden, wie der Technologieblog Recode schreibt

Bei dem Treffen in New York könnten die Manager gemeinsame Interessen mit Trump ausloten. Seit Jahren machen sich die Unternehmer für eine Steuerreform stark. Sie wollen vor allem für die Auslandsgewinne einen niedrigeren Steuersatz als die aktuellen 35 Prozent. Die Steuern werden erst fällig, wenn das Geld tatsächlich in die USA kommt – somit lassen die Konzerne ihre Milliardengewinne im Ausland. Allein Apple sitzt auf einem Geldberg von mehr als 230 Milliarden Dollar, von denen sich über 90 Prozent außerhalb der USA befinden.

Für Google und Streamingdienste wie etwa Netflix hat darüber hinaus die Netzneutralität große Bedeutung, die unter einem Präsidenten Trump weitgehend gekippt werden könnte. Das Prinzip sieht grundsätzlich vor, dass alle Daten im Netz gleich behandelt werden müssen und die Durchlassgeschwindigkeit für große Firmen nicht prioritär behandelt wird. Telekommunikationsfirmen, die über immer weiter steigenden Datenverkehr in ihren Netzen klagen, sind dementsprechend wenig begeistert. Der neugewählte Präsident Trump beauftragte einen Kritiker des Grundsatzes der Netzneutralität damit, Personal für die Telekommunikationsbehörde FCC auszusuchen.