In Syrien soll ab Mitternacht landesweit eine Waffenruhe gelten. Das teilte die syrische Armee in einer Erklärung mit, die von der amtlichen Nachrichtenagentur Sana veröffentlicht wurde. Nach Angaben von Russlands Präsident Wladimir Putin haben sowohl die Regierung in Damaskus als auch die "wichtigsten Kräfte der bewaffneten Opposition" eine Reihe von Dokumenten unterzeichnet, darunter auch die Vereinbarung zum Waffenstillstand.

Das Außenministerium in Ankara wiederum erklärte, die Konfliktparteien hätten sich dazu verpflichtet, bewaffnete Angriffe zu stoppen. Das beinhalte auch Luftangriffe. Sie verpflichten sich außerdem dazu, die Gebiete unter ihrer Kontrolle nicht auszudehnen.

Nach Angaben des russischen Verteidigungsministers Sergej Schoigu betrifft die Waffenruhe 62.000 Oppositionskämpfer in ganz Syrien. Gruppen, die vom US-Sicherheitsrat als Terrororganisationen eingestuft würden, seien indes von der Waffenruhe ausgenommen. Dies betrifft vor allem islamistische Milizen, darunter der "Islamische Staat" (IS) und die Kämpfer der früheren Al-Nusra-Front.

Friedensgespräche in Kasachstan

Nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau haben das russische und das türkische Militär eine Hotline eingerichtet, um die Einhaltung der Feuerpause zu beobachten. Beide Länder fungierten als Garantiemächte für die Einhaltung des Waffenstillstands. Putin kündigte in seiner Ansprache im russischen Fernsehen darüber hinaus eine "Verringerung" der russischen Militärpräsenz in Syrien an.

Putin zufolge sollen nun Friedensgespräche zwischen der Regierung des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad und der Opposition folgen. Die syrischen Parteien würden an Verhandlungen teilnehmen, die in Kasachstan stattfänden, hieß es seitens des Kreml. Ein genaues Datum wurde nicht genannt. Außenminister Sergej Lawrow sagte, die USA könnten sich den Friedensbemühungen nach der Amtsübernahme von Präsident Donald Trump anschließen. Auch Ägypten, Saudi-Arabien, Katar, Irak und Jordanien seien eingeladen, sich dem Prozess anzuschließen.

Das Oppositionsbündnis Syrische Nationale Koalition (SNC) bekundete über seinen Sprecher Ahmed Ramadan Unterstützung für die Feuerpause und rief alle Kräfte zu deren Einhaltung auf.

Nach eigenen Angaben haben die Türkei und Russland gemeinsam an einer "umfassenden Lösung" des Syrien-Konflikts gearbeitet. Dabei unterstützten sie ursprünglich entgegengesetzte Seiten: Während Russland der mächtigste Verbündete von Syriens Staatschef Baschar al-Assad ist und dessen Truppen auch militärisch unterstützt, hilft die Türkei im Nachbarland bewaffneten Assad-Gegnern. Zuletzt hatten sich beide Konfliktparteien jedoch angenähert.