Millionen von Amerikanern haben am 8. November 2016 ihre Stimme für den nächsten US-Präsidenten oder die nächste US-Präsidentin abgegeben. Gewonnen hat der Republikaner Donald Trump. Seine formale Wahl findet jedoch an diesem Montag statt und wird daher mit Spannung erwartet. 

Das liegt an dem speziellen Wahlsystem in den USA. Die Wähler bestimmen in ihrem Bundesstaat nur sogenannte Wahlmänner, die in einem Gremium (Electoral College) wiederum den Präsident wählen. Die Zahl der Wahlmänner variiert in den Bundesstaaten je nach Bevölkerungsstärke. Kalifornien verfügt etwa über 55, das kleine Delaware über drei Wahlmänner.

Könnte also der Wahlsieg Donald Trumps noch verhindert werden, wenn am Montag 538 Wahlmänner des Electoral College abstimmen? Wahrscheinlich nicht.

Eine Folge des Wahlrechts ist, dass ein Kandidat Präsident werden kann, obwohl er nicht die prozentuale Mehrheit der Wähler hinter sich hat. Entscheidend ist, wer die Mehrheit der Wahlmännerstimmen auf sich vereint. Trumps Konkurrentin Hillary Clinton hat zwar rund 2,8 Millionen US-Wähler mehr, doch nur 232 Wahlmänner gesammelt. Um einen Sieg Trumps zu verhindern, bräuchte die Demokratin mindestens 270 Wahlmänner. Trump hat aber bereits 306.

In 48 Staaten gilt die Regel, dass sämtliche Wahlmännerstimmen an den Kandidaten gehen, der in diesem Staat die Mehrheit der Stimmen erhalten hat – also meist Donald Trump. In Nebraska und Maine werden die Wahlmänner proportional zum Wahlergebnis geteilt.

Trotzdem üben Trumps Gegner auf Wahlmänner großen Druck aus. Sie wollen, dass sie Trump als Präsidenten verhindern. Viele der 538 Mitglieder im Electoral College berichten von einer wahren Flut von E-Mails und Telefonaten von Trump-Gegnern, die sie noch umstimmen wollen. Außerdem unterzeichneten fast fünf Millionen Menschen eine Onlinepetition.

Doch selbst wenn Trumps gewonnene Wahlleute zu Dutzenden absprängen, was es noch nie gegeben hat, würde Trump nach aller Wahrscheinlichkeit Präsident werden. Kommt bei den Wahlleuten keine Mehrheit zustande, würde das Repräsentantenhaus die Entscheidung über den nächsten Präsidenten treffen. Hier haben die Republikaner eine eindeutige Mehrheit.

Am 6. Januar 2017 wird der US-Kongress das Resultat der Wahlmänner verkünden. Seit 1836 hat das Gremium dem Ausgang der Wahl nicht widersprochen.