Hillary Clinton hat der russischen Regierung eine Teilschuld an ihrer Wahlniederlage gegen Donald Trump gegeben. Ihr Scheitern sei das Ergebnis von zwei "beispiellosen Ereignissen", sagte Clinton laut der New York Times vor Wahlkampfspendern. Dabei handele es sich um die russischen Cyberangriffe und die Wiederaufnahme von Ermittlungen zu ihrer E-Mail-Affäre durch den FBI-Chef James Comey elf Tage vor der Wahl.

Die russischen Hacker-Angriffe auf die demokratische Partei seien keine ausschließlich politische Angelegenheit gewesen, sagte Clinton. Der russische Präsident habe sich an ihr rächen wollen, weil er einen Streit mit ihr habe. Putin trage ihr nach, dass sie die russische Parlamentswahl 2011 als manipuliert kritisiert habe, sagte Clinton. "Putin hat mich öffentlich für den Wutausbruch seines eigenen Volkes verantwortlich gemacht."

Mit  den Cyberangriffen auf Einrichtungen der US-Demokraten versuche Russland, die Demokratie an sich und die Sicherheit der USA zu unterminieren, sagte Clinton. In ihrer Rede unterstützte sie den Vorschlag, die Hackingvorwürfe gegen Russland untersuchen zu lassen. Verantwortlich solle die Kommission sein, die nach 9/11 gegründet wurde, um Terrorismus abzuwehren.

FBI-Ermittlungen stützen CIA-Erkenntnisse

Hintergrund ist eine Einschätzung der CIA, wonach russische Hacker gezielt Donald Trumps Wahlkampf unterstützt haben.  Das FBI teilt diese Ansicht laut einem Bericht der Washington Post. Die Einschätzung der US-Geheimdienste beruhe darauf, das Clinton die wichtigen Staaten Michigan, Pennsylvania und Wisconsin mit unter einem Prozent Unterschied gegen Trump verloren hat. Bei diesem geringen Abstand reiche schon eine kleine Intervention von Hackern, um die Wahl zu entscheiden.

Auch der scheidende US-Präsident Barack Obama glaubt an eine Involvierung Russlands. Obama kündigte deshalb Vergeltung gegen Russland an. Sein Land werde zu einem "Zeitpunkt und an einem Ort unserer Wahl" Maßnahmen gegen Russland ergreifen, sagte Obama in einem Interview des Senders NPR News. Wenn eine ausländische Regierung sich in US-Wahlen einzumischen versuche, müsse die Nation handeln - "und das werden wir."

Russland hat die Vorwürfe der Wahlmanipulation entschieden zurückgewiesen. "Sie sollten entweder aufhören, darüber zu reden, oder endlich einen Beweis vorlegen", sagte Putins Sprecher Dmitri Peskow.