Donald Trump hat die letzte Hürde genommen: Das Gremium der Wahlleute hat den 70-Jährigen mit klarer Mehrheit zum neuen US-Präsidenten bestimmt. Deutlich mehr als die nötigen 270 der 538 Wahlleute aus 50 Bundesstaaten und der Bundeshauptstadt Washington, D.C. stimmten für den Milliardär, wie mehrere US-Medien übereinstimmend berichteten. Vage Hoffnungen von Trumps Kritikern, unter den Wahlleuten von Trumps Republikanern könnten sich ausreichend Abtrünnige finden, bewahrheiteten sich somit nicht.

Das genaue Ergebnis soll offiziell am 6. Januar im US-Kongress verkündet werden, es könnte aber auch schon vorher durchsickern. Am 20. Januar wird Trump in Washington in einer feierlichen Zeremonie zum 45. Präsidenten vereidigt.

Am 8. November hatten die Wähler Trump indirekt bereits zum Nachfolger des scheidenden Präsidenten Barack Obama gewählt. Tatsächlich werden in den Bundesstaaten aber nur sogenannte Wahlleute gewählt, insgesamt 538. Jeder Staat ist in etwa entsprechend seiner Bevölkerungszahl in dem Wahlmännergremium repräsentiert. Am Ende gewinnt der Bewerber, der die meisten Wahlleute auf sich vereint, nicht zwangsläufig derjenige, der die meisten Stimmen der Wähler erhält.

Bei der Wahl am 8. November hatte Trumps demokratische Konkurrentin Hillary Clinton mehr Wählerstimmen bekommen. Aufgrund des Wahlsystems hatte sie aber nur 232 Wahlleute für sich gewonnen, Trump gewann die Wahl mit 306 Wahlleuten. Theoretisch hätten sie zwar ihre Stimmen auch anderweitig vergeben können, doch schon vorab galt es als ausgeschlossen, dass es eine so große Zahl an Abweichlern geben könnte, um das Ergebnis noch zu drehen.

In vielen Staaten wurde die Abstimmung der Wahlleute von Anti-Trump-Protesten begleitet. Interessengruppen hatten im Vorfeld teils massiv versucht, die Wahlleute mithilfe einer Flut persönlicher E-Mails oder Textnachrichten davon zu überzeugen, den umstrittenen Unternehmer noch im letzten Moment zu stoppen. Fünf Millionen Menschen unterzeichneten eine entsprechende Onlinepetition.

Trump selbst reagierte auf Twitter energisch. "Wenn meine vielen Anhänger genauso gehandelt und Leute bedroht hätten, wie diejenigen es machen, die die Wahl verloren haben, dann würden sie verachtet und fürchterlich beschimpft", schrieb er.