Nach dem verlorenen Referendum hat der italienische Ministerpräsident Matteo Renzi seinen Rücktritt angekündigt. Er werde am Montag sein Rücktrittsgesuch bei Staatschef Sergio Mattarella einreichen, sagte Renzi kurz nach Mitternacht bei einer im Fernsehen übertragenen Rede im Regierungspalast in Rom. Der Schritt kam nicht überraschend: Der Premier hatte sein politisches Schicksal an den Ausgang des Referendums gebunden.

"Wir haben es nicht geschafft, die Mehrheit unserer Bürger zu überzeugen", sagte Renzi weiter. Die Gegner der von ihm vorangetriebenen Verfassungsreformen hätten einen "außerordentlich deutlichen" Sieg errungen. "Das Nein hat gewonnen."

Per Twitter bedankte er sich bei den Wählern. "Dennoch Danke an alle", schrieb er kurz nach Mitternacht am Montag.

Die von Renzi vorangetriebene Verfassungsreform sollte den politischen Einfluss des Senats beschränken und den Regionen einige Entscheidungskompetenzen in wichtigen Fragen nehmen. Er argumentierte, dass dadurch die Bürokratie eingedämmt, das Regieren einfacher und Italien für Investoren attraktiver werden würde.

Durch Renzis Entscheidung, seine persönliche Zukunft an den Ausgang der Abstimmung zu knüpfen, geriet diese aber zum Volksentscheid über seine Regierung. Seine Kontrahenten hofften dabei, vom Erstarken populistischer Kräfte in Europa und den USA profitieren zu können. 

Hochrechnungen sahen die Gegner der Verfassungsreform von Renzi deutlich vorne: Etwa 60 Prozent stimmten demnach gegen die Pläne, nur 40 Prozent dafür. Die Wahlbeteiligung lag laut Innenministerium bei etwa 64 Prozent.