Die Nato und die Europäische Union haben vereinbart, enger zu kooperieren. Mit der Zusammenarbeit bei Marineeinsätzen oder in der Cyberabwehr und Rüstungsforschung wollen die beiden Organisationen auf neue Bedrohungen reagieren. Dazu zählen zum Beispiel die Spannungen im Verhältnis zu Russland, die Konflikte in Syrien und dem Irak sowie die Herausforderungen der Fluchtbewegungen.

In einer Erklärung der Organisationen heißt es: "Gemeinsam können beide Organisationen (...) einen besseren Nutzen aus den vorhandenen Ressourcen ziehen, um für Sicherheit in Europa und darüber hinaus zu sorgen."

"In einer Situation, in der sich die Sicherheitslage verändert, tun wir gut daran, unsere Kräfte zu bündeln", sagte Außenminister Frank-Walter Steinmeier bei dem Bündnistreffen in Brüssel.

Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg sagte, der in den vergangenen Monaten erarbeitete Plan könnte ein Signal an diejenigen sein, die nach dem Wahlsieg von Donald Trump die Stärke der transatlantischen Beziehungen infrage stellten. Durch die Kooperation könnten die Bande sogar gestärkt werden.

Konkret wollen die Nato und die EU ihre Kooperation mit 42 Maßnahmen in 7 Bereichen ausbauen: Dazu zählen unter anderem der Kampf gegen hybride Kriegführung und Cyberangriffe ebenso wie Marineeinsätze, langfristige Planungen und Übungen sowie die Rüstungsforschung. So ist etwa eine gemeinsame Analyse von Desinformationskampagnen gegen EU und Nato in sozialen Medien geplant.

Die Nato soll den EU-Marineeinsatz Sophia unterstützen

Zudem sieht das Programm einen engeren Austausch von Experten beider Seiten vor. So soll es von 2017 an parallele und koordinierte Übungen im Krisenmanagement geben. Bereits seit längerem ausgemacht ist, dass die Nato künftig Versorgungs- und Aufklärungskapazitäten für den wegen der Flüchtlingskrise gestarteten EU-Marineeinsatz Sophia zur Verfügung stellt.

Sophia wurde im vergangenen Jahr im Mittelmeer als Aktion gegen Schleuserkriminalität gestartet, hat mittlerweile aber auch die Erlaubnis, Waffenschmuggel in Richtung Libyen zu bekämpfen. Zudem beinhaltet das Mandat ein Ausbildungsprogramm für libysche Küstenschutzkräfte.

Auch im Bereich der Cyberabwehr sind eine engere Zusammenarbeit bei der Ausbildung von Experten und der Forschung vorgesehen. Denn die Nato und die EU befürchten, dass ein mangelhafter Schutz es Angreifern einfacher mache, Stromnetze oder ganze Bankensysteme lahmzulegen.

Der Grundstein für die engere Zusammenarbeit war bereits im Sommer 2016 beim Nato-Gipfel in Warschau gelegt worden.