Frankreich will radikalisierte Jugendliche künftig leichter daran hindern, in Einflussgebiete islamistischer Gruppen zu reisen. Eine vom Innen-, Justiz- und Familienministerium gemeinsam erarbeitete Vorschrift sieht vor, dass allein reisende Minderjährige von Sonntag an zum Verlassen Frankreichs die schriftliche Erlaubnis eines Erziehungsberechtigten brauchen. Damit erneuert die französische Regierung eine Regelung, die 2012 abgeschafft worden war.

Grundlage für die neue Ausreiseregel ist ein im vergangenen Sommer verabschiedetes Antiterrorgesetz. Die beteiligten Ressorts betonen aber, dass die Vorschrift für alle in Frankreich lebenden Minderjährigen gilt.

In den vergangenen zwei Jahren war Frankreich das Ziel mehrerer islamistischer Angriffe. Seit den Pariser Anschlägen vom 13. November gilt in dem Land der Ausnahmezustand.

Die Regierung warnt vor einer anhaltend hohen Terrorgefahr. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf Jugendlichen in Frankreich, die sich über soziale Netzwerke oder Reisen ins Ausland radikalisieren. Häufig verlassen die Jugendlichen das Land gen Syrien, um sich dort der Terrormiliz "Islamischer Staat" anzuschließen.