Bundeskanzlerin Angela Merkel und US-Präsident Donald Trump wollen die bilateralen Beziehungen beider Länder weiter ausbauen. Darauf hätten sie sich in einem ausführlichen Telefongespräch verständigt, teilte Merkels Sprecher Steffen Seibert mit.

Merkel und Trump seien sich einig gewesen, wie wichtig sowohl die Nato als auch die deutsch-amerikanische Zusammenarbeit für die Sicherheit und den Wohlstand beider Länder seien. Dem transatlantischen Bündnis schrieben die beiden eine "fundamentale Bedeutung" zu. In einem Interview mit der Bild-Zeitung vom 16. Januar bezeichnete Trump die Nato noch als "obsolet".

Merkel und Trump bekräftigten demnach auch, wie wichtig eine enge deutsch-amerikanische Zusammenarbeit für die Sicherheit und den Wohlstand ihrer Länder sei. Sie erklärten ihre Absicht, "die ohnehin schon ausgezeichneten bilateralen Beziehungen in den nächsten Jahren noch zu vertiefen".

Wie aus der Pressemitteilung der Bundesregierung hervorgeht, seien neben der Nato die Lage im Nahen und Mittleren Osten, in Nordafrika sowie die Beziehungen zu Russland und der Konflikt in der Ostukraine weitere Themen des Telefonats gewesen.

Trump sagt Teilnahme am G20-Gipfel zu

Ob in dem nach US-Angaben 45-minütigen Telefonat auch über die Frage der Aufhebung der Sanktionen gesprochen wurde, teilte Seibert nicht mit. Deutschland und Frankreich hatten zuvor klar gemacht, dass sie die EU-Sanktionen gegen Russland erst bei Fortschritten beim Minsk-Friedensabkommen lockern würden. In den vergangenen Tagen war spekuliert worden, ob Trump die US-Sanktionen gegen Russland lockern könnte. 

Merkel und Trump hatten bisher nur einmal kurz nach dessen Wahl zum US-Präsidenten miteinander telefoniert. Dabei habe Trump im Telefonat auch seine Teilnahme am G20-Treffen in Hamburg im Juli zugesagt, teilte Seibert mit. Zu dem Gipfel in der Hansestadt am 7. und 8. Juli werden Staats- und Regierungschefs aus 20 Industrie- und Schwellenländern erwartet. Trump habe zudem "seine Freude ausgedrückt", die Bundeskanzlerin schon bald in Washington zu begrüßen.

Neben dem Gespräch mit der Bundeskanzlerin telefonierte Donald Trump auch mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und dem französischen Präsidenten François Hollande. Frankreichs Staatschef habe Trump vor einer Politik der Abschottung gewarnt, teilte der Elysée-Palast mit. Demnach habe Hollande Trump auf die negativen politischen und wirtschaftlichen Folgen von Protektionismus hingewiesen und die neue US-Regierung zur Einhaltung demokratischer Prinzipien aufgerufen, darunter die Bereitschaft zur Aufnahme von Flüchtlingen.