Der künftige US-Präsident Donald Trump erwägt, Sanktionen gegen Russland nach seiner Amtseinführung zu beenden. Zwar werde er die neuen Strafmaßnahmen, die die Regierung von Barack Obama im Dezember als Reaktion auf mutmaßliche Hackerangriffe verhängte, "zumindest für eine gewisse Zeit" aufrechterhalten, sagte Trump in einem Interview mit dem Wall Street Journal. Er zeigte sich aber dafür offen, diese Position zu ändern. "Wenn man mit Russland gut auskommt und uns Russland wirklich hilft, warum sollte man dann Sanktionen haben, wenn jemand wirklich tolle Sachen macht?", fragte er in dem Gespräch.

Trump zeigte zudem Bereitschaft für ein persönliches Treffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin. "Wie ich es verstehe, wollen sie ein Treffen, und das ist für mich vollkommen in Ordnung."

Der amerikanische Senat kündigte unterdessen eine Untersuchung möglicher Verbindungen von Wahlhelfern in den USA zur russischen Regierung an. Ein entsprechender Ausschuss solle allen Hinweisen der Geheimdienste nachgehen, teilten die Senatoren Richard Burr und Mark Warner mit. Der Großteil der Arbeit solle hinter geschlossenen Türen stattfinden, öffentliche Anhörungen seien aber dennoch, falls möglich, geplant.

Donald Trump - Der unberechenbare Präsident Ende Januar wird Donald Trump als neuer US-Präsident vereidigt. Was von seiner Politik zu erwarten ist, kommentiert Rieke Havertz, Chefin vom Dienst bei ZEIT ONLINE.

Die Erkenntnisse der US-Geheimdienste zu russischen Hackerangriffen und Medienmanipulationen in den USA seien "Anlass zu tiefer Sorge", sagten die Ausschussmitglieder. Es sei nun "entscheidend, einen vollständigen Überblick über das Ausmaß der russischen Geheimdienstaktivitäten in den USA zu bekommen". Die Untersuchung wird in dem Ausschuss überparteilich von Republikanern und Demokraten unterstützt. Die Senatoren haben dabei das Recht, Vertreter der scheidenden Regierung von Barack Obama und der künftigen Trump-Regierung zur Aussage vorzuladen.

Die US-Geheimdienste gehen davon aus, dass Russland Einfluss auf den Wahlkampf zugunsten von Donald Trump genommen hat. Seit einigen Tagen kursiert das unbestätigte Dossier eines britischen Ex-Geheimdienstlers, demzufolge Mitarbeiter von Trump im Wahlkampf direkt mit russischen Vertretern beraten haben sollen. Zudem soll es ein kompromittierendes Video von Trump geben. Die US-Dienste haben diese Angaben aber nicht bestätigen können. Trump weist sie als böswillige Erfindungen zurück.