War das eine Vorschau darauf, wie Donald Trump als künftiger Präsident seine Pressekonferenzen auszurichten gedenkt? Ein Vorgeschmack auf eine drohende Ära gelenkter Demokratie und mangelnder Transparenz? Viel spricht dafür.

Zum ersten Mal seit seiner Wahl im November 2016 stellte sich Trump am vergangenen Mittwoch den Medien. Aber nach typischer Trump-Manier wollte er der versammelten Journalistenschar nicht Rede und Antwort stehen. Wollte nicht informieren, aufklären, richtigstellen.

Es war keine Pressekonferenz, sondern ein Pressekrieg. Trump griff an, keilte aus, demütigte. Zur Unterstützung hatte er eine Riege von Claqueuren mitgebracht. Wie auf Kommando klatschten sie, wenn ihr Chef sie selber rühmte. Und sie buhten und riefen unwirsch dazwischen, sobald eine unbequeme Frage auftauchte.

Donald Trump knöpfte sich vor allem den amerikanischen Nachrichtensender CNN vor. Der hatte kurz zuvor über ein von Trump-Gegnern in Auftrag gegebenes Dossier eines ehemaligen britischen Geheimdienstlers berichtet. Darin werden schwere, allerdings bislang unbewiesene Anschuldigungen gegen Trump erhoben. Von sexuellen Eskapaden bei einem Moskauer Besuch im Jahre 2013 ist da die Rede. Ebenso von angeblichen geschäftlichen Verstrickungen und engen Beziehungen zum Kreml.

Man kann in der Tat darüber streiten, ob diese dubiosen Anschuldigungen veröffentlicht gehörten. Ob es nicht angemessener und redlicher gewesen wäre, diese Vorwürfe unter Verschluss zu halten, solange sich diese nicht belegen lassen. So wie es die New York Times, die Washington Post, der britische Guardian und viele andere Medien getan haben, denen dieses Dokument ebenfalls vor vielen Monaten zugespielt wurde.

Und wer wollte nicht eingestehen, dass Medien Fehler, manchmal sogar schwerwiegende und unverzeihliche Fehler begehen. Dass sie nicht immer die gebotene Sorgfalt und Objektivität an den Tag legen, bisweilen voreingenommen berichten und vorschnell urteilen. Aber das ist nicht neu und dafür gibt es Korrektive: die Käufer und Zuschauer zum Beispiel, den Presserat, notfalls die Gerichte.

Doch Trump geht es nicht um Wahrheit, er sucht nicht den offenen Dialog mit seinen Kritikern. Er will gegen sie und gegen alle, die ihn tadeln und an ihm und seiner Art Anstoß nehmen, Krieg führen. Kaum war er am Mittwoch im New Yorker Trump Tower vor die Presse getreten, bezichtigte er CNN sofort der Lüge und kanzelte den Sender maßlos ab, ohne ihm die Chance einer Rechtfertigung zu geben. Als der CNN-Journalist Jim Acosta mehrfach versuchte, eine Frage zu stellen, ließ Trump es nicht zu. "Ihr Sender ist furchtbar", zischte er. "Nein, Sie bekommen keine Frage!" – "Sie verbreiten Falschmeldungen!"

Das war kein Ausrutscher, kein bedauerlicher Einzelfall. Nein, das hat bei Trump System.