Der von US-Präsident Donald Trump verhängte Einreisestopp für Muslime aus sieben Ländern hat Auswirkungen für den internationalen Flugverkehr. Aus dem Iran und Irak einreisende Flugzeugcrews werden künftig nicht mehr in die USA gelassen. Das geht aus einer E-Mail des Luftfahrtverbandes Iata an seine Mitglieder hervor. Die US-Zoll- und Grenzschutzbehörde habe den Branchenverband sehr kurzfristig informiert, sodass noch viele Fragen ungeklärt seien, hieß es in der E-Mail. Die Iata zeigte sich besorgt.

Fluggesellschaften müssen nun ihre Crews zum Teil umstellen. Sie können zudem nicht mehr alle Passagiere befördern. Auf den Websites der Fluglinien Emirates, Etihad Airways und Qatar Airways hieß es etwa, Reisende benötigten eine US-Aufenthaltsgenehmigung (Greencard) oder ein Diplomatenvisum, um in die USA einzureisen.

Der Erlass könnte auch Einbußen für die Fluggesellschaften zur Folge haben. Allein im Jahr 2015 sind nach Angaben der US-Heimatschutzbehörde 35.000 Besucher aus dem Iran in die USA geflogen.

Trump hatte am Freitag per Erlass die Einreise für Bürger aus dem Irak, Iran, Jemen, Libyen, Somalia, Sudan und Syrien für 90 Tage ausgesetzt. Auch Flüchtlinge dürfen zeitweise nicht mehr einreisen. Menschen mit einer amerikanischen Aufenthalts- und Arbeitsgenehmigung müssen sich ebenfalls künftig vor ihrer Einreise in die USA einer zusätzlichen Sicherheitsüberprüfung unterziehen. Wie das US-Präsidialamt am Samstag mitteilte, müssen Greencard-Inhaber im Ausland vor ihrer Rückkehr in die USA zunächst eine amerikanische diplomatische Vertretung aufsuchen. Dort werde eine "Routineüberprüfung" vorgenommen.

Trump zufolge sollen durch den Einreisestopp "radikale islamische Terroristen" aus den USA ferngehalten werden. Dazu habe er die Umsetzung "neuer Prüfungsmaßnahmen" veranlasst. Das Flüchtlingsprogramm solle nach 120 Tagen nur dann wieder aufgenommen werden, wenn die Sicherheit der Vereinigten Staaten gewährleistet sei. Trumps Dekret wurde umgehend umgesetzt: Flüchtlinge, die mit dem Flugzeug in die USA einreisen wollten, wurden an US-Zielflughäfen festgehalten. Mehrere Bürgerrechtsgruppen haben gegen den Einreisestopp Klage eingereicht. Eine Bundesrichterin in New York urteilte am Samstag, dass von dem Dekret betroffene Muslime trotzdem in die USA einreisen dürfen, sofern sie im Besitz eines gültigen Visums oder einer Greencard sind, unter dem Schutz des US-Flüchtlingsprogramms stehen oder eine andere offizielle Einreiseerlaubnis haben.