Der Parteilinke Benoît Hamon hat die Präsidentschaftsvorwahl von Frankreichs Sozialisten gewonnen. Der 49-jährige Abgeordnete setzte sich in der Stichwahl klar gegen den früheren Premierminister Manuel Valls durch, teilte die Wahlleitung mit. Bei einem Auszählungsgrad von 60 Prozent liege er mit 58 zu 41 Prozent vor seinem Rivalen. Hamon tritt damit als Kandidat der Sozialisten bei der Präsidentschaftswahl in drei Monaten an.

Damit vollzieht die Partei von Staatschef François Hollande einen Linksruck. Hamon setzt sich etwa für ein bedingungsloses Grundeinkommen und die Legalisierung von Canabis ein.

Hamon lag bereits in der ersten Runde der Vorwahlen vor einer Woche mit rund 36 Prozent der Stimmen vorne. Sein Konkurrent Valls erzielte damals rund 31,5 Prozent. An der ersten Vorwahlrunde hatten sich nur rund 1,6 Millionen Wähler beteiligt.

Bei der Präsidentschaftswahl in Frankreich im April und Mai gelten die Sozialisten von Staatschef François Hollande allerdings als nahezu chancenlos. Laut Umfragen könnten sie in der ersten Runde sogar nur auf dem fünften Platz landen. Als Favorit gilt bislang der konservative Kandidat François Fillon, er muss sich allerdings derzeit mit dem Vorwurf auseinandersetzen, er habe seine Frau scheinbeschäftigt. Bisher hatte eine Stichwahl zwischen ihm und Marine Le Pen von dem rechtspopulistischen Front National als wahrscheinlichstes Szenario gegolten.