Chinas Gegenentwurf zu TPP ist eine Freihandelszone der Asien-Pazifikstaaten (FTAAP), ergänzt durch das RCEP-Projekt (Regional Comprehensive Economic Partnership), das neben den südostasiatischen Staaten unter anderem auch China, Australien, Neuseeland, Japan und Indien verhandeln, nicht aber die EU oder die USA. RCEP sei bislang nur langsam in die Gänge gekommen, sagte Neuseelands Regierungschef English. "Aber womöglich finden wir den politischen Willen, dass das an Fahrt gewinnt, wenn es mit TPP nicht weitergehen sollte."

China lockt in seinen Freihandelsabkommen vor allem mit niedrigeren Zöllen. So etwas wie Arbeitnehmerrechte oder die Liberalisierung von Binnenmärkten sind nicht vorgesehen. Im Gegenteil: China schottet den eigenen Markt zunehmend ab, was von deutschen Unternehmern, die oft gute Geschäfte in China machen konnten, beklagt wird und eine Studie aus dem China-Thinktank Merics in Berlin auch bestätigt.

Trumps offizieller TPP-Ausstieg lässt die verbliebenen Teilnehmerstaaten im Regen stehen und hinterlässt ein Vakuum in Südost- und Ostasien, dass Peking ohne großes Zutun füllen könnte. War die Idee der Obama-Administration noch, über das multilaterale Abkommen Normen und Regeln festzulegen und gleichzeitig im Ost- und Südchinesischen Meer militärisch präsent zu bleiben, liegt der Einsatz der Regierung Trump in der Region insgesamt noch im Unklaren.

Konfliktherd Südchinesisches Meer

Deutlich ist inzwischen aber, dass der raue Ton aus dem Trump-Wahlkampf gegenüber Peking in der neuen Regierung beibehalten wurde und dass sich die US-Administration mit China offenbar irgendwie anlegen will. Dahinter steht auch Pekings militärische Ausbreitung im Südchinesischen Meer, wo man Riffe und Sandbänke aufschüttet und auf den künstlichen Inseln Militärstützpunkte errichtet.

Seinen Außenminister Rex Tillerson hat Trump bereits sagen lassen, dass die USA das nicht akzeptieren würden – was zu Ende gedacht, den Einsatz militärischer Mittel bedeutet. Schon kurz vor der US-Wahl schrieben zwei Topberater des neuen Präsidenten in der Zeitschrift Foreign Affairs, dass die US-Navy wahrscheinlich der wichtigste Grund für regionale Stabilität in Asien sei und versprachen dafür den Ausbau der Kriegsflotte unter einem Präsidenten Trump.

Bislang hat Trump seine Wahlversprechen in der Regierung umgesetzt. So gesehen kann man die Ankündigung von Australiens konservativen Regierungschef Malcolm Turnbull, jetzt mit Peking über TPP zu verhandeln, auch als Warnung gegenüber seinem US-Amtskollegen verstehen: Dass ein Rückzug der USA aus der Region eine Zuwendung an die Autokraten in Peking zur Folge haben kann.