Der US-Investor und Milliardär George Soros hat den künftigen US-Präsidenten Donald Trump kurz vor dessen Amtseinführung mit drastischen Worten attackiert. Trump sei ein "Blender und Hochstapler und Möchtegerndiktator", sagte Soros bei einem Abendessen auf dem Weltwirtschaftsforums in Davos. "Er würde gerne Diktator sein, wenn er damit durchkäme."

Trump stehe für das Gegenteil einer offenen Gesellschaft, er werde die Gesellschaft weiter spalten, sagte Soros. Auf die Frage, wie sich die Geschäftswelt gegenüber dem neuen US-Präsidenten verhalten sollte, erwiderte Soros: "Ich werde mich so weit wie möglich von ihm fernhalten."

Trotz seiner Einschätzung von Trump zeigte sich Soros zuversichtlich, dass ihn die Institutionen der USA letztlich stoppen werden. "Ich persönlich glaube, dass er scheitern wird." Nicht wegen Leuten wie ihm, die ihn gerne scheitern sehen würden, sondern wegen der ihn leitenden Ideen, die grundsätzlich widersprüchlich sind, so Soros.

Soros war im US-Wahlkampf ein erklärter Unterstützer der letztlich unterlegenen Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton.

"Noch feiern sie"

Soros hat als Investor ein Vermögen erwirtschaftet, das vom US-Magazin Forbes aktuell auf annähernd 25 Milliarden Dollar geschätzt wird. Legendär ist seine Wette gegen das britische Pfund 1992, die ihm eine Milliarde Dollar einbrachte. Der Kursanstieg des Aktienmarkts nach dem unerwarteten Sieg von Trump bei den Präsidentschaftswahlen kostete Soros dagegen nach einem Bericht des Wall Street Journal fast eine Milliarde Dollar. Soros widersprach bei dem Dinner nicht, als die Interviewerin erwähnte, dass er "viel Geld" verloren habe. 

Trotz des Kursanstiegs prophezeite Soros den Finanzmärkten schwierige Zeiten. Die Märkte träumten von weniger Regulierung und Steuern unter Trump. "Noch feiern sie", sagte Soros. Aber am Ende werde die Realität die Märkte einholen und das werde nicht gut ausgehen. "Die Unsicherheit ist so hoch wie nie, und Unsicherheit ist der Feind für langfristige Investments."