Abgeordnete des britischen Unterhauses haben Premierministerin Theresa May aufgefordert, ihre Brexit-Pläne bis spätestens Mitte Februar vorzustellen. Wichtig sei die Antwort auf die Frage, ob Großbritannien weiter im EU-Binnenmarkt bleiben solle, sagte der Vorsitzende des Brexit-Ausschusses im britischen Parlament, Hilary Benn. Die Frist sei nötig, damit Parlament und Öffentlichkeit das Dokument prüfen könnten

Der Abgeordnete der oppositionellen Labour-Partei und weitere Mitglieder des Ausschusses, dem auch mehrere Parteifreunde von May angehören, warnten in einem Bericht, die Vorbereitung auf den Brexit sei eine große Belastung für die Regierung; möglicherweise sei mehr Personal nötig. In dem Bericht hieß es zudem, dass Großbritannien die EU im Jahr 2019 nicht verlassen dürfe, ohne neue Handelsverträge mit der Gemeinschaft abgeschlossen zu haben. Dies wäre "unzufriedenstellend und potenziell schädigend für beide Seiten". In den kommenden Tagen ist eine Rede von May geplant, in der sie ihre Vision von Großbritanniens Zukunft nach der Mitgliedschaft in der Europäischen Union präsentieren soll.

May geriet zuletzt zunehmend unter Druck, weil sie ihre Strategie für die anstehenden Brexit-Verhandlungen nicht preisgeben wollte. Wirtschaftsvertreter drängen sie, einen harten Brexit – also einen Austritt aus der EU ohne freien Zugang zum europäischen Binnenmarkt – zu vermeiden. EU-Vertreter warnten Großbritannien bereits mehrfach davor, nur an den Vorteilen der Gemeinschaft festhalten zu wollen. Das Land könne nicht Teil des Binnenmarktes bleiben, ohne das Freizügigkeitsprinzip zu akzeptieren. May will bis Ende März den Austrittsantrag stellen. Die Verhandlungen über die Trennung sollen möglichst bis zum Oktober 2018 abgeschlossen werden.