In Großbritannien wollen Hunderttausende Bürger einen Empfang von US-Präsident Donald Trump bei Königin Elizabeth II. verhindern. Eine entsprechende Petition findet derzeit große Resonanz und wurde bereits mehr als eine Million Mal unterschrieben. Die Organisatoren betonen, Trump dürfe Großbritannien durchaus besuchen. Eine offizielle Einladung durch die Queen mit den dazu gehörenden Ehren gelte es dagegen zu verhindern. So könne ein gemeinsames Dinner die 90-Jährige in Verlegenheit bringen, heißt es weiter. 

Trump hatte im Wahlkampf mit Verbalattacken auf Frauen und Minderheiten weltweit für Kritik gesorgt. Als der US-Präsident am Freitag dann noch einen vorübergehenden Einreisestopp für Flüchtlinge und Besucher aus mehreren muslimischen Länder erließ, wurde die Bürgerinitiative gegen einen Staatsbesuch noch populärer. Auch in britischen Medien wurde gegen einen Besuch Trumps Stimmung gemacht. Der Daily Mirror titelte: "Sie sind hier nicht willkommen, Mr. President."

Die Petition wurde gestartet, noch bevor Premierministerin Theresa May am vergangenen Freitag bei ihrem Antrittsbesuch in Washington ankam. Dort lud sie Trump zu einem Staatsbesuch ins Königreich ein. Einen Termin dafür gibt es noch nicht. Geplant ist bislang nur, dass der US-Präsident Großbritannien im Laufe des Jahres besuchen soll.

Das Parlament in London muss sich nach britischem Recht mit der Petition befassen, weil die Initiatoren eine Schwelle von mindestens 100.000 Unterschriften überschritten haben. Zu den prominentesten Unterzeichnern der Petition zählt Jeremy Corbyn, Chef der Labour Party. "Trump sollte nicht in Großbritannien begrüßt werden, weil er mit dem beschämenden Bann von Muslimen und Attacken gegen Frauen und Flüchtlinge unsere Werte missbraucht", schrieb der Politiker. May müsse sich gegen den Hass Trumps stellen, twitterte Corbyn.